»Schreiben oder Schreiben lassen« – KI als Herausforderung für die Literatur
Begrenzte Teilnehmerzahl. Teilnahme nur mit verbindlicher Anmeldung und Bestätigung bis zum 25. September 2026, wobei die Anmeldungen in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt werden.
Bitte per E‑Mail an: thueringer-literaturrat@gmx.de
Der Fachtag »Schreiben oder Schreiben lassen – KI als Herausforderung für die Literatur« nimmt in den Blick, wie Künstliche Intelligenz das literarische Schreiben, Veröffentlichen und Lesen verändert. Im Mittelpunkt steht die Frage, was Autorschaft heute bedeutet, wenn Texte ganz oder teilweise mit digitalen Werkzeugen entstehen, und vor welchen neuen Herausforderungen Schreibende dadurch stehen. Diskutiert werden außerdem die offenen rechtlichen Fragen, die KI-gestützte Texte aufwerfen – etwa im Hinblick auf geistiges Eigentum, Verantwortung und kreative Eigenleistung. Ein weiterer Fokus liegt darauf, wie sich Schreibstile, Erzählweisen und Arbeitsprozesse durch KI verändern und welche Rolle Literatur im Umgang mit gezielter Falschinformation spielen kann. Der Fachtag lädt dazu ein, diese Entwicklungen gemeinsam einzuordnen und ihre Bedeutung für Literaturvermittlung und kulturelle Praxis zu reflektieren.
Begrüßung – Jörg Dietrich
1. Vorsitzender des Thüringer Literaturrates
Grußwort – Prof. Dr. Steffen Teichert
Staatssekretär für Wissenschaft und Kultur im Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur
- »Prompten, Filtern, Verwerfen: Literarisches Schreiben mit KI« – Vortrag von Dr. Jenifer Becker und anschließende Diskussion
- »Wenn Sprache spricht — Wie KI die Welt beschreibt, ohne sie zu kennen.« Large Language Models erzeugen Sprache, ohne eine eigene Wahrnehmung, Erfahrung oder Absicht zu besitzen. Der Vortrag erklärt, wie genau KI Texte generiert, ohne zu wissen, was sie tut und fragt, worin sich menschliches Schreiben von maschineller Textproduktion unterscheidet.« – Vortrag von Mads Pankow und anschließende Diskussion
- »Dr. Promptus und Mephisto 2.6: Welchen Pakt schließen Anwender mit sogenannter KI?« Über rechtliche, wirtschaftliche, sozialethische und künstlerische Risiken und Nebenwirkungen generativer Technologien – Vortrag von Nina George und anschließende Diskussion
- »KI und kreatives Schreiben« – Workshop mit Olaf Trunschke
Mitwirkende:
Dr. Jenifer Becker, geboren1988, ist eine in Berlin lebende Autorin, Literatur- und Kulturwissenschaftlerin. Sie schreibt über Ambivalenzen des Digitalen, Gegenwartsphänomene und Popkultur. Ihr Debütroman »Zeiten der Langeweile« erschien 2023. Sie lehrt seit 2015 am Literaturinstitut Hildesheim, wo sie 2021 promoviert wurde. In aktuellen künstlerisch-wissenschaftlichen Projekten forscht sie zum Einfluss lernfähiger Technologien (KI) auf Schreibprozesse. Sie gibt Workshops zu Kreativem Schreiben und Schreiben mit Künstlicher Intelligenz.
Nina George, geboren 1973 in Bielefeld, ist Schriftstellerin, Journalistin, Übersetzerin und Moderatorin. Ihr Roman »Das Lavendelzimmer« wurde in 36 Sprachen übersetzt. Für ihr literarisches Werk sowie ihr kulturpolitisches Engagement, u. a. als politische Beauftragte des European Writers’ Council, als Gründerin des Netzwerks Autorenrechte und als Initiatorin der Initiative #frauenzählen, wurde Nina George als BücherFrau des Jahres ausgezeichnet und erhielt das Bundesverdienstkreuz. Nina George lebt in Berlin und in der Bretagne.
Mads Pankow, geboren 1985 in Oldenburg, aufgewachsen in Berlin, hat in Marburg, Malmö und Weimar Medien‑, Kultur- und Organisationswissenschaft studiert. Er arbeitet als Journalist und Politikberater zu Themen der künstlichen Intelligenz und Gesellschaft. In Radio und Print ist er als »Netzexperte« (ARD-Alpha) und »Technikphilosoph« (DER SPIEGEL) gefragt. Er ist Gründer der Zeitschrift für Gegenwartskultur »Die Epilog«, deren Herausgeber und Geschäftsführer er von 2013–2018 war. 2014–2019 organisierte er den »Digital Bauhaus Summit« in Weimar. Seit 2021 ist er regelmäßig im Podcast »Mensch, Maschine!« zu hören.
Olaf Trunschke, geboren 1958 in Radebeul bei Dresden, studierte Chemie und Literatur. Er arbeitete als Chemiker; Lektor für Kinderbücher; Werbetexter; 1989 Mitbegründer des octopus-Verlags, eines der ersten unabhängigen Verlage im Osten Deutsch- lands. Ab 1993 warer als Softwareentwickler für Electronic Publishing tätig. Er ist Mediendesigner, Dozent und Schriftsteller und lebt in Berlin und Erfurt.
Blanka Weber, geb. 1970 in Eisenach, Wirtschaftskauf- und Medienfachfrau, Journalistin, Studium an der FU Berlin; u. a. Stipendiatin des A. F. Burns Fellowships (Washington/New York); seit 1994 freiberuflich für das Fernsehen (u.a. Deutsche Welle tv, ZDF, ARD/MDR) und den Rundfunk (Deutschlandfunk, MDR Klassik, MDR Kultur) als Reporterin und Moderatorin tätig sowie als Autorin (u.a. für die »Jüdische Allgemeine«).
Veranstalter: Thüringer Literaturrat e.V. Mit freundlicher Unterstützung des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur.