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»Was uns trägt« – Podiumsdiskussion über Herkunft und Zunkunft mit André Knapp, Franka Maubach, Landolf Scherzer und Romy Gehrke

Wann

26. Sep­tem­ber 2026 
18:00 – 19:30

Wo

Villa Sauer Suhl
Bahn­hof­straße 20 , Suhl, 98527 

Veranstaltungstyp

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»Was uns trägt« – Eine Dis­kus­sion über Her­kunft und Zukunft mit Gästen aus Wis­sen­schaft, Lite­ra­tur und Politik

Mit André Knapp, Franka Mau­bach, Lan­dolf Scherzer

Mode­ra­tion: Romy Gehrke

 

Was trägt uns in die­ser Zeit, in der vie­les gleich­zei­tig ins Rut­schen gera­ten ist: poli­ti­sche Gewiss­hei­ten öko­no­mi­sche Ver­spre­chen, öko­lo­gi­sche Grund­la­gen, soziale Bin­dun­gen? In der öffent­li­che Debat­ten lau­ter, schril­ler, oft auch simp­ler wer­den? In der popu­li­sti­sche Ant­wor­ten Zulauf fin­den, weil sie Ori­en­tie­rung ver­spre­chen – und dabei Kom­ple­xi­tät ver­kür­zen? In der die lei­sen, wich­ti­gen Stim­men der Lite­ra­tur unter­zu­ge­hen drohen?

Dabei sind Schrift­stel­le­rin­nen und Schrift­stel­ler Seis­mo­gra­phen gesell­schaft­li­cher Ver­än­de­run­gen. Sie spü­ren Ver­schie­bun­gen im Den­ken, Füh­len und Han­deln, lange bevor diese poli­tisch benannt oder sta­ti­stisch erfasst wer­den. Lite­ra­tur fin­det Worte für Erfah­run­gen, für die uns im All­tag oft noch die Begriffe feh­len. Sie fragt nicht zuerst nach Lösun­gen, son­dern nach dem, was mit und durch uns geschieht: indi­vi­du­ell, sozial, historisch.

Geschichte voll­zieht sich nicht nur als Abfolge gro­ßer Ereig­nisse. Sie setzt sich fort in unse­ren Ent­schei­dun­gen, unse­rem Zögern, unse­rem Mit­ma­chen oder Weg­se­hen. Finan­zi­elle Insta­bi­li­tät, Kli­ma­krise, Res­sour­cen­ver­brauch und welt­weite Migra­ti­ons­be­we­gun­gen ver­wei­sen auf eine Lebens- und Wirt­schafts­weise, die an ihre Gren­zen stößt. Nach Jahr­zehn­ten des Fort­schritts­op­ti­mis­mus wächst die Ver­un­si­che­rung. In vie­len euro­päi­schen Gesell­schaf­ten gewin­nen auto­ri­täre, natio­na­li­sti­sche und aus­gren­zende Posi­tio­nen an Ein­fluss. Poli­ti­sche Schlag­worte – von mili­tä­ri­scher Auf­rü­stung bis zur Abschot­tung – prä­gen den öffent­li­chen Raum.

Was aber bedeu­ten diese Ent­wick­lun­gen im geleb­ten All­tag? Wie ver­än­dern sie das Zusam­men­le­ben in Städ­ten und Gemein­den, das Selbst­ver­ständ­nis von Ver­ant­wor­tung, Soli­da­ri­tät und Gemein­wohl? Und wie las­sen sich diese Erfah­run­gen jen­seits poli­ti­scher Pro­gramme und tages­ak­tu­el­ler Debat­ten verstehen?

Lite­ra­tur kon­fron­tiert uns mit unse­rer eige­nen Betei­li­gung am Gesche­hen. Sie ist unbe­quem, weil sie Ver­ant­wor­tung nicht dele­giert. Sie for­dert dazu auf, das eigene Han­deln – und Nicht-Han­deln – als Teil histo­ri­scher Pro­zesse wahr­zu­neh­men. „Du musst dein Leben ändern“ (Rilke): Diese Zumu­tung rich­tet sich nicht abstrakt an „die Gesell­schaft“, son­dern an jede und jeden Einzelnen.

Die vier­tei­lige Gesprächs­reihe Was uns trägt des Thü­rin­ger Lite­ra­tur­ra­tes und der Lan­des­zen­trale für poli­ti­sche Bil­dung in Thü­rin­gen knüpft an die Dis­kus­sio­nen des ver­gan­ge­nen Jah­res an und führt sie fort. Im Dia­log von Men­schen aus der Pra­xis und der Theo­rie, aus der Lite­ra­tur, der Wis­sen­schaft, beson­ders der Geschichte, Phi­lo­so­phie und Poli­tik­for­schung und Per­sön­lich­kei­ten, die in Kom­mu­nen kon­kret Ver­ant­wor­tung tra­gen, soll Raum ent­ste­hen für gemein­sa­mes Nach­den­ken, für Zwei­fel, für Perspektiven.

 

André Knapp, geb.1973 in Schmal­kal­den, ist seit 2018 Ober­bür­ger­mei­ster der Stadt Suhl. Nach einer Aus­bil­dung zum Bank­kauf­mann war er für die Rhön-Renn­steig-Spar­kasse tätig. 2004–2007 absol­vierte er ein Stu­dium der Finanz­wirt­schaft an der Hoch­schule der Spar­kas­sen-Finanz­gruppe. Ab 2005 lei­tete er die Immo­bi­li­en­ab­tei­lung der Rhön-Renn­steig-Spar­kasse. Knapp ist seit 2009 Mit­glied der CDU, war von 2009–2014 Sach­kun­di­ger Bür­ger im Finanz‑, Ver­gabe- und Rech­nungs­prü­fungs­aus­schuss der Stadt Suhl. Von 2010–2012 war er Bei­sit­zer im Kreis­vor­stand der CDU Suhl, von 2012 – 2015 stell­ver­tre­ten­der Kreis­vor­sit­zen­der der CDU Suhl und von 2014 – 2018 Stadt­rats­mit­glied und Fraktionsvorsitzender.

Franka Mau­bach, geb. 1974 in Rem­scheid-Len­nep, PD Dr. phil., Pro­fes­so­rin für Deut­sche Geschichte im 20. Jahr­hun­dert mit Schwer­punkt im Natio­nal­so­zia­lis­mus an der Fried­rich-Schil­ler-Uni­ver­si­tät Jena. 2007 Pro­mo­tion zum Thema »Die Stel­lung hal­ten. Erfah­rungs­räume und Lebens­ge­schich­ten von Wehr­macht­hel­fe­rin­nen«. 2006 – 2009 Post-doc-Sti­pen­dia­tin im For­schungs­pro­jekt »Erin­ne­rung – Macht – Geschichte« der Volks­wa­gen­stif­tung. 2010 – 2012 Wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin am DFG-Gra­du­ier­ten­kol­leg »Gene­ra­tio­nen­ge­schichte«, Georg-August-Uni­ver­si­tät Göt­tin­gen. 2012 – 2013 Wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin an der TU Braun­schweig. 2014 – 2019 Wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin am Histo­ri­schen Insti­tut der FSU Jena, Lehr­stuhl Neuere und Neue­ste Geschichte. 2015 Visi­ting Rese­arch Fel­low, Depart­ment of History der Prin­ce­ton Uni­ver­sity. 2021 Habi­li­ta­tion an der FSU Jena. 2022–2023 Ver­tre­tungs­pro­fes­sur am Lehr­stuhl für Neuere und Neue­ste Geschichte an der Ber­gi­schen Uni­ver­si­tät Wuppertal.

Lan­dolf Scher­zer, geb. 1941 in Dres­den. Lebte ab 1954 in Forst, Nach einem Jour­na­li­stik­vo­lon­ta­riat bei der „Lau­sit­zer Rund­schau“ in Cott­bus stu­dierte er von 1962–1965 an der Fakul­tät für Jour­na­li­stik in Leip­zig. Auf­grund kri­ti­scher Repor­ta­gen wurde er von der Fak.Jour. exma­tri­ku­liert. Anschlie­ßend war er bis 1975 Redak­teur beim »Freien Wort« in Suhl. Seit­dem arbei­tet er als frei­schaf­fen­der Schrift­stel­ler. 1977 wurde er Mit­glied des Schrift­stel­ler­ver­ban­des der DDR und Vor­sit­zen­der des Bezirks­ver­bands Suhl. 1986 wurde er mit dem Hein­rich-Heine-Preis der DDR aus­ge­zeich­net. Von 1994 bis 2001 und von 2003 bis 2006 war er Vor­sit­zen­der des Ver­ban­des deut­scher Schrift­stel­ler, LV Thü­rin­gen. 2010 erhielt er den Wal­ter-Bauer-Preis der Städte Leuna und Mer­se­burg. Er lebt in Dietz­hau­sen bei Suhl.

Romy Gehrke, geb.1967 in Anklam, lebt seit 2008 in Thü­rin­gen und arbei­tet als freie Fern­seh­re­dak­teu­rin. Nach einem Stu­dium in Frank­furt am Main war sie zunächst Büh­nen-Schau­spie­le­rin, stu­dierte in Ber­lin zusätz­lich Kul­tur­wis­sen­schaf­ten und ging als Kul­tur­re­dak­teu­rin zum MDR-Rund­funk. Mit dem Dop­pel­blick fürs Schau­spiel und die Wand­lun­gen der Kul­tur erschafft sie unkon­ven­tio­nelle Por­träts über Bücher und ringt um mehr Auf­merk­sam­keit für Lite­ra­tur im Fernsehen.

 

Ver­an­stal­ter: Lan­des­zen­trale für poli­ti­sche Bil­dung in Thü­rin­gen / Thü­rin­ger Lite­ra­tur­rat e.V. in Zusam­men­ar­beit mit dem Pro­vinz­kul­tur e.V. und der Stadt Suhl. Mit freund­li­cher Unter­stüt­zung des Thü­rin­ger Mini­ste­ri­ums für Bil­dung, Wis­sen­schaft und Kultur.

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