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»Was uns trägt« – Podiumsdiskussion über Herkunft und Zunkunft mit Daniela Danz, Manuela Henkel, Peter Neumann und Sebastian Haak

Wann

10. Sep­tem­ber 2026 
19:00 – 21:00

Wo

Kul­tur­haus Geisa
Bahn­hof­straße 8, Geisa, 36419 

Veranstaltungstyp

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»Was uns trägt« – Eine Dis­kus­sion über Her­kunft und Zukunft mit Gästen aus Wis­sen­schaft, Lite­ra­tur und Politik

Mit Daniela Danz, Manuela Hen­kel, Peter Neumann

Mode­ra­tion: Seba­stian Haak

 

Was trägt uns in die­ser Zeit, in der vie­les gleich­zei­tig ins Rut­schen gera­ten ist: poli­ti­sche Gewiss­hei­ten öko­no­mi­sche Ver­spre­chen, öko­lo­gi­sche Grund­la­gen, soziale Bin­dun­gen? In der öffent­li­che Debat­ten lau­ter, schril­ler, oft auch simp­ler wer­den? In der popu­li­sti­sche Ant­wor­ten Zulauf fin­den, weil sie Ori­en­tie­rung ver­spre­chen – und dabei Kom­ple­xi­tät ver­kür­zen? In der die lei­sen, wich­ti­gen Stim­men der Lite­ra­tur unter­zu­ge­hen drohen?

Dabei sind Schrift­stel­le­rin­nen und Schrift­stel­ler Seis­mo­gra­phen gesell­schaft­li­cher Ver­än­de­run­gen. Sie spü­ren Ver­schie­bun­gen im Den­ken, Füh­len und Han­deln, lange bevor diese poli­tisch benannt oder sta­ti­stisch erfasst wer­den. Lite­ra­tur fin­det Worte für Erfah­run­gen, für die uns im All­tag oft noch die Begriffe feh­len. Sie fragt nicht zuerst nach Lösun­gen, son­dern nach dem, was mit und durch uns geschieht: indi­vi­du­ell, sozial, historisch.

Geschichte voll­zieht sich nicht nur als Abfolge gro­ßer Ereig­nisse. Sie setzt sich fort in unse­ren Ent­schei­dun­gen, unse­rem Zögern, unse­rem Mit­ma­chen oder Weg­se­hen. Finan­zi­elle Insta­bi­li­tät, Kli­ma­krise, Res­sour­cen­ver­brauch und welt­weite Migra­ti­ons­be­we­gun­gen ver­wei­sen auf eine Lebens- und Wirt­schafts­weise, die an ihre Gren­zen stößt. Nach Jahr­zehn­ten des Fort­schritts­op­ti­mis­mus wächst die Ver­un­si­che­rung. In vie­len euro­päi­schen Gesell­schaf­ten gewin­nen auto­ri­täre, natio­na­li­sti­sche und aus­gren­zende Posi­tio­nen an Ein­fluss. Poli­ti­sche Schlag­worte – von mili­tä­ri­scher Auf­rü­stung bis zur Abschot­tung – prä­gen den öffent­li­chen Raum.

Was aber bedeu­ten diese Ent­wick­lun­gen im geleb­ten All­tag? Wie ver­än­dern sie das Zusam­men­le­ben in Städ­ten und Gemein­den, das Selbst­ver­ständ­nis von Ver­ant­wor­tung, Soli­da­ri­tät und Gemein­wohl? Und wie las­sen sich diese Erfah­run­gen jen­seits poli­ti­scher Pro­gramme und tages­ak­tu­el­ler Debat­ten verstehen?

Lite­ra­tur kon­fron­tiert uns mit unse­rer eige­nen Betei­li­gung am Gesche­hen. Sie ist unbe­quem, weil sie Ver­ant­wor­tung nicht dele­giert. Sie for­dert dazu auf, das eigene Han­deln – und Nicht-Han­deln – als Teil histo­ri­scher Pro­zesse wahr­zu­neh­men. „Du musst dein Leben ändern“ (Rilke): Diese Zumu­tung rich­tet sich nicht abstrakt an „die Gesell­schaft“, son­dern an jede und jeden Einzelnen.

Die vier­tei­lige Gesprächs­reihe Was uns trägt des Thü­rin­ger Lite­ra­tur­ra­tes und der Lan­des­zen­trale für poli­ti­sche Bil­dung in Thü­rin­gen knüpft an die Dis­kus­sio­nen des ver­gan­ge­nen Jah­res an und führt sie fort. Im Dia­log von Men­schen aus der Pra­xis und der Theo­rie, aus der Lite­ra­tur, der Wis­sen­schaft, beson­ders der Geschichte, Phi­lo­so­phie und Poli­tik­for­schung und Per­sön­lich­kei­ten, die in Kom­mu­nen kon­kret Ver­ant­wor­tung tra­gen, soll Raum ent­ste­hen für gemein­sa­mes Nach­den­ken, für Zwei­fel, für Perspektiven.

 

Dr. Daniela Danz, geb. 1976 in Eisen­ach, stu­dierte Kunst­ge­schichte und Deut­sche Lite­ra­tur in Tübin­gen, Prag, Ber­lin und Halle. Sie arbei­tet als Autorin, lehrt an der Uni­ver­si­tät Hil­des­heim und lebt mit ihrer Fami­lie in Kra­nich­feld. 2013 bis 2020 lei­tete sie das Schil­ler­haus Rudol­stadt, seit­dem lei­tet sie den Bun­des­wett­be­werb „Demo­kra­tisch han­deln“. Seit 2021 ist sie Vize­prä­si­den­tin der Aka­de­mie der Wis­sen­schaft und Lite­ra­tur Mainz. Für ihr lite­ra­ri­sches Werk erhielt sie zahl­rei­che Aus­zeich­nun­gen, u.a. 2023 den Thü­rin­ger Lite­ra­tur­preis und 2026 den Lite­ra­tur­preis der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Manuela Hen­kel ist seit 2020 in zwei­ter Amts­zeit Bür­ger­mei­ste­rin der Stadt Geisa. Sie war als Kre­dit­re­fe­ren­tin und Innen­lei­te­rin bei einer Pri­vat­bank tätig und schloss ein Stu­dium bei der Bank­aka­de­mie in Frank­furt am Main ab; arbei­tete beim Cari­tas­ver­band für das Bis­tum Fulda als Refe­ren­tin für Öffent­lich­keits­ar­beit, sam­melte Erfah­run­gen im PR- und Mar­ke­ting­be­reich und war im Anschluss als freie Redak­teu­rin tätig.

Peter Neu­mann, gebo­ren 1987, ist pro­mo­vier­ter Phi­lo­soph. Er lehrte an den Uni­ver­si­tä­ten Jena und Olden­burg und ist seit Novem­ber 2021 Redak­teur im Feuil­le­ton der Wochen­zei­tung DIE ZEIT. 2018 erschien bei Sied­ler „Jena 1800. Die Repu­blik der freien Gei­ster“, und zuletzt »Feu­er­land. Eine Reise ins lange Jahr­hun­dert der Uto­pien 1883–2020« (2022). Peter Neu­mann lebt in Berlin.

Seba­stian Haak war Volon­tär beim „Freien Wort“, dann Redak­teur, Res­sort­lei­ter Wirt­schaft und Chef vom Dienst bei news.de, absol­vierte ein Pro­mo­ti­ons­stu­dium am Max-Weber-Kol­leg der Uni­ver­si­tät Erfurt, erhielt 2019 den Jour­na­li­sten­preis Thü­rin­gen, arbei­tet seit 2012 als freier Jour­na­list und schreibt für zahl­rei­che regio­nale und über­re­gio­nale Zei­tun­gen. Er mode­rierte u.a. für die Thü­rin­ger Staats­kanz­lei, den Thü­rin­ger Land­tag, das Thü­rin­ger Innen­mi­ni­ste­rium, die Fried­rich-Ebert-Stif­tung, die Natur­freunde Thü­rin­gen, Mobit, die Stif­tung Gedenk­stät­ten Buchen­wald und Mit­tel­bau-Dora, das Deut­sche Natio­nal­thea­ter, den Wei­ma­rer Repu­blik e.V., den Katho­li­ken­tag 2024.

 

Ver­an­stal­ter: Lan­des­zen­trale für poli­ti­sche Bil­dung in Thü­rin­gen / Thü­rin­ger Lite­ra­tur­rat e.V. in Zusam­men­ar­beit mit der Stadt Geisa und der Point Alpha Stif­tung. Mit freund­li­cher Unter­stüt­zung des Thü­rin­ger Mini­ste­ri­ums für Bil­dung, Wis­sen­schaft und Kultur.

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