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Sonderausstellung »Justus Friedrich Wilhelm Zachariä«

Wann

29. April 2026 – 31. Januar 2027 
0:00

Wo

Regio­nal­mu­seum Bad Frankenhausen
Schloß­straße 13, Bad Fran­ken­hau­sen, 06567 

Veranstaltungstyp

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Bei einem ersten Blick auf die Geschichte von Bad Fran­ken­hau­sen stößt der Inter­es­sierte eher sel­ten auf den Namen des Dich­ters und Poe­ten Justus Fried­rich Wil­helm Zachariä.

Im Vor­der­grund ste­hen The­men und Per­so­nen als der Bau­ern­krieg 1525 und Tho­mas Münt­zer (um 1490–1525) oder die Anfänge des Kur­we­sens ab 1818 und Dr. Wil­helm August Gott­lieb Man­niske (1769–1835). Erst bei einem tie­fe­ren Ein­tau­chen in die Ver­gan­gen­heit unse­rer Stadt erscheint auch J.F.W. Zachariä.

Am 1. Mai 1726 wurde der Mann in Fran­ken­hau­sen gebo­ren, der unse­rer Stadt einen Platz in der Welt der Dicht­kunst und Lite­ra­tur besche­ren sollte. Hin­ein­ge­bo­ren in ein gut ver­netz­tes bür­ger­li­ches Eltern­haus, beein­flusste die Gele­gen­heits­dich­tung des Vaters Fried­rich Sigis­mund Zacha­riae (gest. 1747) den Jun­gen nach­hal­tig. Eigent­lich mit dem Ziel 1743 nach Leip­zig gegan­gen, um an der Uni­ver­si­tät Jura zu stu­die­ren, wen­dete er sich den so genann­ten »Schö­nen Kün­sten« zu. Bereits ab Januar 1744 ver­öf­fent­lichte er sein bis heute bekann­te­stes Poem »Der Renom­mist«. In die­sem »komi­schen Hel­den­ge­dicht« schil­derte er die so unter­schied­li­che Lebens­weise der Stu­den­ten in Jena und Leip­zig. Johann Wolf­gang Goe­the (1749–1832) beein­druckte nicht allein Zachariä’s Poem, son­dern der Dich­ter selbst. In sei­nem 1767 ent­stan­de­nen Gedicht »An Herrn Pro­fes­sor Zacha­riä« erhob er ihn zum »Lieb­ling aller Götter«.

Wäh­rend der Fort­set­zung sei­nes Stu­di­ums der Rechte an der Uni­ver­si­tät Göt­tin­gen erreichte ihn 1748 die Beru­fung als Hof­mei­ster an das Col­le­gium Caro­li­num in Braun­schweig. Die größte Stadt im Her­zog­tum Braun­schweig-Wol­fen­büt­tel wurde für seine wei­tere Lebens­zeit bis zu sei­nem Tod am 30. Januar 1777 zum Arbeits‑, Schaf­fens-  und Lebens­mit­tel­punkt. An die­ser fort­schritt­li­chen und bedeut­sam­sten Bil­dungs­ein­rich­tung des Her­zog­tums, aus dem die heu­tige Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Braun­schweig her­vor­ge­gan­gen ist, wurde er 1761 zum »Pro­fes­sor der Dicht­kunst« ernannt. Zu sei­nem inner­städ­ti­schen Bekann­ten­kreis gehör­ten viele Freunde aus der Leip­zi­ger Stu­den­ten­zeit. Im benach­bar­ten Wol­fen­büt­tel lebte und wirkte sein Freund Gott­hold Ephraim Les­sing  (1729–1781). Ein umfang­rei­cher Brief­ver­kehr ver­band ihn mit Dich­tern und Schrift­stel­lern als Johann Wil­helm Lud­wig Gleim (1719–1803) in Hal­ber­stadt, Chri­stian Fürch­te­gott Gel­lert (1715–1769) in Leip­zig und Fried­rich Gott­lieb Klop­stock (1724–1803).

Den­noch fürch­tete er von sei­nen Zeit­ge­nos­sen und Lesern ver­ges­sen zu wer­den. Einem »Ver­ges­sen« in Fran­ken­hau­sen beugte er durch die Schen­kung sei­ner gesam­ten Werke und einem Kup­fer­stich mit sei­nem Kon­ter­fei an die Schul­bi­blio­thek vor. Bereits 1775 zeigte Rek­tor Johann Fried­rich Man­niske, Vater des Kur­arz­tes Dr. Man­niske, diese Samm­lung stolz dem Erb­prin­zen und nach­fol­gen­den Für­sten von Schwarzburg–Rudolstadt, Fried­rich Karl. Wenn auch immer wie­der mit lang­jäh­ri­gen Unter­bre­chun­gen, gedachte seine Vater­stadt immer ihrem Dich­ter­sohn. Grö­ßere Aus­stel­lun­gen zu sei­nem Leben und Werk gab es 1887, 1926 oder 2001. Im Jahr 1881 wurde eine Gedenk­ta­fel an sei­nem Geburts­haus in der Klo­ster­straße ange­bracht und etwas spä­ter eine Gasse nach ihm benannt.

Unsere nun­meh­rige Son­der­aus­stel­lung umschließt in ihrer Dauer vom 29. April 2026 bis zum 31. Januar 2027 sei­nen 300. Geburts­tag und sei­nen 250. Todes­tag. Im Zen­trum der Aus­stel­lung steht sein dich­te­ri­sches Schaf­fen und seine Ver­bin­dung zu sei­ner Geburts­stadt. Beglei­tet wird die Son­der­aus­stel­lung von Füh­run­gen, Vor­trä­gen und Lesun­gen. Die jewei­li­gen Ter­mine erfah­ren Sie hier auf der Home­page des Regio­nal­mu­seum Bad Frankenhausen.

Für indi­vi­du­elle Füh­run­gen wird um Anmel­dung gebeten:

Tel. 034671 / 62086

Mail: museum@bad-frankenhausen.de

 

Öff­nungs­zei­ten des Museums:
Diens­tag bis Sonn­tag sowie an allen Fei­er­ta­gen von 10.00 bis 17.00 Uhr

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