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Lesung und Gespräch mit der Dichterin Annerose Kirchner

Wann

22. Sep­tem­ber 2026 
17:00 – 18:30

Wo

Stadt- und Regio­nal­bi­blio­thek Gera
Pusch­kin­platz 7a, Gera, 07545 

Veranstaltungstyp

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»Ich lebte im berg­na­hen Wald / und wuchs mit den Bäu­men« – Lesung und Gespräch mit der Dich­te­rin Anne­rose Kirchner

 

Die Dich­te­rin und Pro­sa­schrift­stel­le­rin Anne­rose Kirch­ner begeht am 2. Sep­tem­ber 2026 ihren 75. Geburts­tag. Aus die­sem Anlass liest sie  aus ihren Gedich­ten und Pro­sa­tex­ten und spricht mit Jens Kir­sten, Geschäfts­füh­rer des Thü­rin­ger Lite­ra­tur­ra­tes, über ihre lite­ra­ri­sche Arbeit.

Als Anne­rose Kirch­ner 1979 im Auf­bau-Ver­lag ihr Lyrik­de­büt mit dem Band »Mit­tags­stein« vor­legte, schrieb sie sich in den lyri­schen Dis­kurs der Gegen­warts­li­te­ra­tur unmit­tel­bar ein. Sie galt seit­dem als eine Dich­te­rin, die lyrisch etwas mit­zu­tei­len hatte, die nicht im stil­len Käm­mer­lein schrieb, son­dern mit der Welt in einen kri­ti­schen Dia­log trat. Die­sen Ein­druck bestä­tigte und ver­stärkte der zweite Gedicht­band »Im Mas­ken­saal«, der 1989 wie­derum beim Auf­bau-Ver­lag folgte. Bedingt durch den poli­ti­schen Umbruch 1989/90 kamen wie auf die mei­sten Schrift­stel­ler, die in der DDR sozia­li­siert wur­den, schwere Zei­ten auch auf sie schwere Zei­ten zu.

Neue Kon­takte muss­ten gefun­den und geknüpft wer­den. Die sich rasant ver­än­dernde Welt ließ wenig Frei­räume für das Schrei­ben von Gedich­ten, zumin­dest ließ sich nun nur noch schwer davon leben. Ihr 1999 erschie­ne­ner Band »Der Raus­spel­ler, Begeg­nun­gen mit Thü­rin­ger Hand­wer­kern« bewies ihr Inter­esse für die Welt, die sie unmit­tel­bar umgab. So setzte sie sich in den fol­gen­den Jah­ren inten­siv mit der Land­schaft um Gera aus­ein­an­der. 2010 lei­stete sie mit ihrem im Chri­stoph Links Ver­lag erschie­ne­nen Buch »Spur­los ver­schwun­den. Dör­fer in Thü­rin­gen – Opfer des Uran­ab­baus«, das in zwei Auf­la­gen erschien. einen wich­ti­gen Bei­trag zur Auf­ar­bei­tung der DDR-Geschichte.

Dane­ben ent­stan­den Gedicht­bände, wie zuletzt 2018 der Band „Belie­hene Zeit“, mit denen sich heute kaum mehr Geld ver­die­nen lässt. Eine umfas­sende Recher­che für ein hoch­span­nen­des Pro­jekt über in Russ­land lebende Künst­ler und ihre Bezüge zur Welt musste sie lei­der auf­grund des Über­falls Russ­lands auf die Ukraine vor­läu­fig auf­ge­ben. Uner­müd­lich ist Anne­rose Kirch­ner unter­wegs im »Lite­ra­tur­land Thü­rin­gen«. Ob bei Lesun­gen, auf Recher­che oder als Autorin lite­ra­ri­scher Exkur­sio­nen wie einer auf den Spu­ren von »H. W. Katz in Gera«, einem welt­be­rühm­ten Schrift­stel­ler jüdi­scher Her­kunft, für des­sen Fami­lie sie die Ver­le­gung von Stol­per­stei­nen des Künst­lers Gun­ter Dem­nig anregte, die seit 2025 an H.W. Katz und seine Fami­lie in Gera erin­nern. Anne­rose Kirch­ner ist eine, die sich nicht für sich selbst, allen­falls für die erlebte Geschichte, son­dern vor allem für andere inter­es­siert und sich in ihrem lite­ra­ri­schen Schrei­ben für sie einsetzt.

Sie ist eine, die nicht sich selbst im Mit­tel­punkt sieht, son­dern ihr Gegen­über, die Welt, in der sie, in der wir leben. Gegen­wär­tig arbei­tet sie an einem neuen Gedicht­band und an einem Pro­sa­band, den ihre Her­kunft the­ma­tisch grun­diert. Dane­ben ste­hen immer wie­der Por­träts und Ein­zel­ver­öf­fent­li­chung für die Web­site des Thü­rin­ger Lite­ra­tur­ra­tes www.literaturland-thueringen.de.

 

Anne­rose Kirch­ner, 1951 in Leip­zig gebo­ren und in Zella-Meh­lis auf­ge­wach­sen, hatte zunächst eine Lehre als Steno-Pho­no­ty­pi­stin und eine Aus­bil­dung als Tasto­ma­ten­set­ze­rin absol­viert. In bei­den Beru­fen arbei­tete sie von 1970 bis 1976 in der Tages­zei­tung »Freies Wort« in Suhl. Ab 1974 legte sie erste Lyrik­ver­öf­fent­li­chun­gen vor, ab 1976 Prosa. Von 1976 bis 1979 und von 1981 bis 1982 stu­dierte sie am Insti­tut für Lite­ra­tur »Johan­nes R. Becher« in Leip­zig. Nach dem Erschei­nen ihres Debüt-Gedicht­ban­des »Mit­tags­stein« im Auf­bau-Ver­lag Ber­lin und Wei­mar zog sie nach Gera. Dort war sie von 1979 bis 1989 Dra­ma­tur­gie-Sekre­tä­rin, Regie­as­si­sten­tin und Pres­se­re­fe­ren­tin an den Büh­nen der Stadt Gera. Von 1989 bis zu Ihrer Pen­sio­nie­rung war sie als Jour­na­li­stin für die »Ost­thü­rin­ger Zei­tung« tätig, für die sie viele Jahre lang die Kul­tur­seite am Wochen­ende gestaltete.

Ein­tritt : kostenlos

Ver­an­stal­ter: Lese-Zei­chen e.V., Thü­rin­ger Lite­ra­tur­rat e.V., Stadt­bi­blio­thek Gera, geför­dert vom Thü­rin­ger Mini­ste­rium für Bil­dung, Wis­sen­schaft und Kultur.

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