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Ettersburger Gespräch mit Wilhelm Bartsch und Jens-Fietje Dwars

Wann

10. Juni 2026 
19:00 – 20:30

Wo

Schloss Etters­burg
Am Schloss 1, Etters­burg, 99439 

Veranstaltungstyp

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Etters­bur­ger Gespräch Erin­ne­rung an die Zukunft

Wil­helm Bartsch im Gespräch mit Jens-Fietje Dwars

 

Erin­ne­rung an die Zukunft: Unter die­sem Titel lädt das jüng­ste Heft der Thü­rin­ger Lite­ra­tur­zeit­schrift »Palm­baum« zu einer Epo­chen­bi­lanz nach Etters­burg ein: Was haben wir vom 21. Jahr­hun­dert erwar­tet, was hat es uns bis­her gebracht? Zu den 18 Autorin­nen und Autoren, die dar­auf ant­wor­ten, gehört Wil­helm Bartsch.

1950 in Ebers­walde gebo­ren, hat Bartsch nach Aus­bil­dung zum Rin­der­züch­ter Phi­lo­so­phie in Leip­zig stu­diert, war Kor­rek­tor, Rota­ti­ons­ar­bei­ter, Dra­ma­turg, Heim­erzie­her und Nacht­wäch­ter. Seit 1983 ist er freier Schrift­stel­ler in Halle an der Saale. Er schreibt Gedichte, Romane, Stücke und Essays, für die er 2024 mit dem Rai­ner-Mal­kow­ski-Preis der Baye­ri­schen Aka­de­mie der Schö­nen Kün­ste und 2025 mit dem Bre­mer Lite­ra­tur­preis aus­ge­zeich­net wurde. Er rührt an die Wun­den der Zeit: „Par­teien will ich gern ergrei­fen / und alle in den Orkus schlei­fen.“ Heißt es im Band „Goti­sche Kno­ten“ (Edi­tion Orna­ment). „Fare­well, du Men­schen­welt, ich hab dich satt!“ über­setzt er das 66. Shake­speare-Sonett: „Du zwingst Ver­dienst zum Bet­teln, kaum errun­gen, / Du machst, dass nur der Nichts­nutz alles hat., / Und hast Klar­sicht zu Lug und Trug gezwun­gen …“ Doch allem Zorn und bösem Witz zum Trotz wah­ren seine Gedichte immer die Form, ist er ein Mei­ster der gebun­de­nen Spra­che, die der Ver­zweif­lung am Hier und Heute wider­steht. So auch in sei­nem Mei­ster-Roman „Meckels Mes­ser­züge“, der soeben vom Wall­stein-Ver­lag neu ediert wurde. Prä­zise seziert er die Arbeit eines gro­ßen Patho­lo­gen und mit ihr die Ver­hält­nisse sei­ner Zeit: der mon­strö­sen Wie­der­ge­burt Deutsch­lands in den Napo­leo­ni­schen Krie­gen. Das Mon­ströse aber ist das Geheimnnis des Lebens: es gibt keine Nor­ma­li­tät, es gibt nur das Indi­vi­du­elle, die man­nig­fa­chen Abwei­chun­gen machen es reich und lebendig.

Wil­helm Bartsch wird in Etters­burg aus dem Roman lesen und aus sei­nem Bei­trag im Palm­baum, in dem er mit Mar­got Fried­län­der für ein neues Gebot plä­diert: Seid nicht gleichgültig!

Jens-Fietje Dwars ist Chef­re­dak­teur der Thü­rin­ger Lite­ra­tur­zei­schrift Palm­baum und hat zwei Gedicht­bände von Wil­helm Bartsch in sei­ner Edi­tion Orna­ment herausgegeben.

 

Ein­tritt 12 €.

Ver­an­stal­ter: Schloss Etters­burg gemein­sam mit dem Thü­rin­ger Lite­ra­tur­rat e.V. mit freund­li­cher Unter­stüt­zung des Thü­rin­ger Mini­ste­ri­ums für Bil­dung, Wis­sen­schaft und Kultur

 

 

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