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Literaturland Thüringen unterwegs in Singen (Bodensee)

Wann

11. Okto­ber 2026 
15:00 – 17:00

Wo

Thea­ter »Die Färbe« Singen
Schlacht­haus­straße 24, Sin­gen, 78224 

Veranstaltungstyp

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»Vom Unter­holz zu den Gip­feln der Leich­tig­keit« – Lesung mit der Dich­te­rin Romina Nikolić

»Wort­land­schaf­ten« – Lesung mit dem Dich­ter Wolf­gang Haak

Mode­ra­tion und Gespräch: Jens Kirsten

 

 

»Vom Unter­holz zu den Gip­feln der Leich­tig­keit« – Lesung mit der Dich­te­rin Romina Nikolić

Romina Niko­lić stellt ihre jüng­ste Ver­öf­fent­li­chung »Lita­nei der Leich­tig­keit, in der du–« vor, die 2025 bei Sukul­tur erschien. »[Die Lita­nei] ist ein lei­den­schaft­li­cher Text über das Ver­lo­ren­sein, über die Sehn­sucht nach Sicher­hei­ten, ein Zwie­ge­spräch mit sich selbst, mit dem Wind, dem wei­ten Blick über das Tal. Ein Ver­such des Ver­or­tens, weil die Erzäh­le­rin spürt, dass sie abge­trennt von dem ist, mit dem sie sich doch so ver­bun­den fühlt. Ein Erklä­rungs­ver­such all jenen gegen­über, die glau­ben, man müsse sich bloß ein biss­chen schüt­teln, ein biss­chen zusam­men­rei­ßen, ein biss­chen besin­nen.« (Gal­lus Frei-Tomić)

Außer­dem liest sie aus ihrem Lang­ge­dicht »Unter­holz«: Darin ent­wirft Romina Niko­lić in einer Art lyrisch-archäo­lo­gi­scher Tie­fen­gra­bung das Bild einer Kind­heit in einem Dorf im Thü­rin­ger Wald. Sinn­lich­keit, Natur­er­fah­rung und Mär­chen tref­fen im Gedicht auf die dia­lek­ta­len, land­schaft­li­chen und histo­ri­schen Beson­der­hei­ten Südthüringens.

Romina Niko­lić wurde 1985 in Suhl gebo­ren und wuchs im thü­rin­gi­schen Schön­brunn auf. Nach einem Lite­ra­tur­wis­sen­schafts- und Phi­lo­so­phie­stu­dium lebt und arbei­tet sie als Her­aus­ge­be­rin, Pro­jekt­ma­na­ge­rin und Über­set­ze­rin in Jena. Für ihre (lyri­sche) Arbeit erhielt sie zahl­rei­che Aus­zeich­nun­gen. So wurde sie in den Jah­ren 2009 und 2011 mit dem Preis des Jun­gen Lite­ra­tur­fo­rums Hes­sen-Thü­rin­gen, 2024 mit dem För­der­preis der Anke-Ben­n­holdt-Thom­sen-Stif­tung prä­miert. 2012 erhielt sie das Wal­ter-Dexel-Sti­pen­dium der Stadt Jena, spä­ter ein Arbeits­sti­pen­dium des Thü­rin­ger Mini­ste­ri­ums für Bil­dung, Wis­sen­schaft und Kul­tur und zuletzt das Gisela-Sche­rer-Sti­pen­dium der Stadt Hausach für Lyrik. Sie ist Libret­ti­stin der Opern »MUTTER« & »Con­trol« von Giord­ano Bruno do Nasci­mento. Gemein­sam mit Michael Sta­va­rič über­setzte sie Sue Goyet­tes »Ocean« aus dem Eng­li­schen. Zuletzt erschie­nen der Gedicht­band »Unter­holz« (Edi­tion Muschel­kalk 2023) und die Erzäh­lung »Lita­nei der Leich­tig­keit, in der du–« (Sukul­tur 2025). 

 

»Wort­land­schaf­ten« – Lesung mit dem Dich­ter Wolf­gang Haak

»Mein Tag­werk beschließe ich Wort für Wort als Strecken­läu­fer auf abschüs­si­ger Lebens­bahn« heißt es an einer Stelle, die pro­gram­ma­tisch für Wolf­gang Haaks Den­ken und Schrei­ben ist. Mit offe­nen Augen und wachen Sin­nen durch die Land­schaft gehen und in poe­ti­scher Ver­dich­tung mit der Welt in Aus­tausch tre­ten, heißt des Dich­ters Credo. Meist nimmt Haak sich des­sen an »was ver­bor­gen ruht«, sei es auf einem Weg durch das Saa­le­tal im Weich­bild von Jena oder über den alten Gleis­berg, wo im Früh­ling wilde Pfingst­ro­sen blü­hen. Zwi­schen Dorn­burg und Jena fin­det er einen Rück­zugs­raum, aus dem er Kraft schöpft und in lite­ra­ri­scher Umset­zung wei­ter­gibt. Wolf­gang Haak hat für sich die poe­ti­sche Prosa in Kurz­form ent­deckt. In sei­nen jüng­sten Gedicht­bän­den »Wort­still­le­ben«, »Wort­land­schaf­ten«, »Ver­hal­tene Bot­schaft« und »Wort­land­schaf­ten II« beweist Haak, wie er diese Form in den letz­ten Jah­ren ver­fei­nert hat. Haaks Poe­to­lo­gie grün­det in der Ver­bin­dung mensch­li­chen Daseins mit der den Men­schen umge­ben­den Welt; ins­be­son­dere der Welt im Klei­nen. Haak ist immer auf der Suche nach der Schön­heit, sprich der rei­nen Poe­sie: des Augen­blicks, der Welt, die sich unmit­tel­bar vor sei­nen Augen und Füßen bie­tet. En pas­sant streut er lite­ra­ri­sche Bezüge ein, die glei­cher­ma­ßen mit besag­ter Land­schaft ver­bun­den sind wie mit sei­nem poe­ti­schen Kos­mos. Aus sei­nen Ein­drücken und (Lese-) Erfah­run­gen webt er ein lyri­sches Netz, das mal Gedicht, mal poe­ti­sche Prosa ist.

Wolf­gang Haak wurde 1954 in Gen­thin gebo­ren. Er stu­dierte Mathe­ma­tik und Phy­sik in Jena und arbei­tete anschlie­ßend von 1975 bis 1977 als Leh­rer an einer Son­der­schule in Pase­walk. Von 1979 bis 1982 war er am Museum für Ur- und Früh­ge­schichte in Wei­mar als päd­ago­gi­scher Mit­ar­bei­ter tätig. 1981 wech­selte er als Leh­rer an das Musik­gym­na­sium Schloss Bel­ve­dere, des­sen Lei­ter er seit 1991 ist. Neben Auf­sät­zen über Wal­ter Hasen­cle­ver oder Rahel San­zara legte er meh­rere Künst­ler­bü­cher und Pro­sa­bände vor. Ins­be­son­dere liegt ihm die poe­ti­sche Prosa in Kurz­form. Zuletzt erschien von ihm »Wort­land­schaf­ten«, Gedichte. Axel-Diel­mann Ver­lag, Frank­furt am Main 2024; »Ver­hal­tene Bot­schaft«. Gedichte, Edi­tion Muschel­kalk, Mit­tel­deut­scher Ver­lag, Halle (Saale) 2024; »Wort­land­schaf­ten II«, Prosa-Gedichte. Axel-Diel­mann Ver­lag, Frank­furt am Main 2025.

 

 

Eine Ver­an­stal­tung des Forum All­mende e.V. und dem Thea­ter »Die Färbe« Sin­gen in Koope­ra­tion mit dem Thü­rin­ger Lite­ra­tur­rat e.V. im Rah­men von des­sen Reihe »Lite­ra­tur­land Thü­rin­gen unter­wegs«. Mit freund­li­cher Unter­stüt­zung des Thü­rin­ger Mini­ste­ri­ums für Bil­dung, Wis­sen­schaft und Kultur.

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