»Vom Unterholz zu den Gipfeln der Leichtigkeit« – Lesung mit der Dichterin Romina Nikolić
»Zeitumstellung« – Lesung mit Wolfgang Haak
Moderation und Gespräch: Jens Kirsten
»Vom Unterholz zu den Gipfeln der Leichtigkeit« – Lesung mit der Dichterin Romina Nikolić
Romina Nikolić stellt ihre jüngste Veröffentlichung »Litanei der Leichtigkeit, in der du–« vor, die 2025 bei Sukultur erschien. »[Die Litanei] ist ein leidenschaftlicher Text über das Verlorensein, über die Sehnsucht nach Sicherheiten, ein Zwiegespräch mit sich selbst, mit dem Wind, dem weiten Blick über das Tal. Ein Versuch des Verortens, weil die Erzählerin spürt, dass sie abgetrennt von dem ist, mit dem sie sich doch so verbunden fühlt. Ein Erklärungsversuch all jenen gegenüber, die glauben, man müsse sich bloss ein bisschen schütteln, ein bisschen zusammenreissen, ein bisschen besinnen.« (Gallus Frei-Tomić)
Außerdem liest sie aus ihrem Langgedicht »Unterholz«: Darin entwirft Romina Nikolić in einer Art lyrisch-archäologischer Tiefengrabung das Bild einer Kindheit in einem Dorf im Thüringer Wald. Sinnlichkeit, Naturerfahrung und Märchen treffen im Gedicht auf die dialektalen, landschaftlichen und historischen Besonderheiten Südthüringens.
Romina Nikolić wurde 1985 in Suhl geboren und wuchs im thüringischen Schönbrunn auf. Nach einem Literaturwissenschafts- und Philosophiestudium lebt und arbeitet sie als Herausgeberin, Projektmanagerin und Übersetzerin in Jena. Für ihre (lyrische) Arbeit erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen. So wurde sie in den Jahren 2009 und 2011 mit dem Preis des Jungen Literaturforums Hessen-Thüringen, 2024 mit dem Förderpreis der Anke-Bennholdt-Thomsen-Stiftung prämiert. 2012 erhielt sie das Walter-Dexel-Stipendium der Stadt Jena, später ein Arbeitsstipendium des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur und zuletzt das Gisela-Scherer-Stipendium der Stadt Hausach für Lyrik. Sie ist Librettistin der Opern »MUTTER« & »Control« von Giordano Bruno do Nascimento. Gemeinsam mit Michael Stavarič übersetzte sie Sue Goyettes »Ocean« aus dem Englischen. Zuletzt erschienen der Gedichtband »Unterholz« (Edition Muschelkalk 2023) und die Erzählung »Litanei der Leichtigkeit, in der du–« (Sukultur 2025).
»Zeitumstellung« – Lesung mit Wolfgang Haak
Ein Mann namens Tobler begibt sich genau in der Stunde, da im Herbst die Uhren von 3:00 Uhr MESZ auf 2:00 Uhr MEZ zurückstellt werden, auf ungewisse Spurensuche. Sein Weg führt ihn also in der Stunde, die es nicht gibt, zurück in die Ruine des Hauses, in dem er in den letzten Jahren der DDR im zweiten Hinterhof gewohnt hat. Was er zu finden hofft, bleibt ungewiss. Aber ihm begegnen in einem surrealistisch aufgeladenen Raum Personen von damals, die seinen Lebensweg berührten oder beeinflussten. Sie alle bilden Bruchteile eines Mosaiks, das im Gesamtbild ein anderes Bild von der untergegangenen DDR vermittelt – aus einer Nische heraus, in der sich Prototypen und »normale« Bürger zurückgezogen hatten, hineingedrängt oder einfach vom Zufall hineingedrückt worden waren. Tobler geht durch die leeren Zimmer, steigt Treppen hinauf und hinunter, verschwindet in einer Unterwelt und folgt dem Lied (s)eines Kindes.
Wolfgang Haak wurde 1954 in Genthin geboren. Er studierte Mathematik und Physik in Jena und arbeitete anschließend von 1975 bis 1977 als Lehrer an einer Sonderschule in Pasewalk. Von 1979 bis 1982 war er am Museum für Ur- und Frühgeschichte in Weimar als pädagogischer Mitarbeiter tätig. 1981 wechselte er als Lehrer an das Musikgymnasium Schloss Belvedere, dessen Leiter er seit 1991 ist. Neben Aufsätzen über Walter Hasenclever oder Rahel Sanzara legte er mehrere Künstlerbücher und Prosabände vor. Insbesondere liegt ihm die poetische Prosa in Kurzform. Zuletzt erschien von ihm »Wortlandschaften«, Gedichte. Axel-Dielmann Verlag, Frankfurt am Main 2024; »Verhaltene Botschaft«. Gedichte, Edition Muschelkalk, Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2024; »Wortlandschaften II«, Prosa-Gedichte. Axel-Dielmann Verlag, Frankfurt am Main 2025.
Eine Veranstaltung des Forum Allmende e.V. und der Stadtbücherei Überlingen in Kooperation mit dem Thüringer Literaturrat e.V. im Rahmen von dessen Reihe »Literaturland Thüringen unterwegs«. Mit freundlicher Unterstützung des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur.