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Literaturland Thüringen unterwegs in Überlingen

Wann

10. Okto­ber 2026 
17:00 – 19:00

Wo

Stadt­bü­che­rei Überlingen
Stein­haus­gasse 3, Über­lin­gen, 88662 

Veranstaltungstyp

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»Vom Unter­holz zu den Gip­feln der Leich­tig­keit« – Lesung mit der Dich­te­rin Romina Nikolić

»Zeit­um­stel­lung« – Lesung mit Wolf­gang Haak

Mode­ra­tion und Gespräch: Jens Kirsten

 

»Vom Unter­holz zu den Gip­feln der Leich­tig­keit« – Lesung mit der Dich­te­rin Romina Nikolić

Romina Niko­lić stellt ihre jüng­ste Ver­öf­fent­li­chung »Lita­nei der Leich­tig­keit, in der du–« vor, die 2025 bei Sukul­tur erschien. »[Die Lita­nei] ist ein lei­den­schaft­li­cher Text über das Ver­lo­ren­sein, über die Sehn­sucht nach Sicher­hei­ten, ein Zwie­ge­spräch mit sich selbst, mit dem Wind, dem wei­ten Blick über das Tal. Ein Ver­such des Ver­or­tens, weil die Erzäh­le­rin spürt, dass sie abge­trennt von dem ist, mit dem sie sich doch so ver­bun­den fühlt. Ein Erklä­rungs­ver­such all jenen gegen­über, die glau­ben, man müsse sich bloss ein biss­chen schüt­teln, ein biss­chen zusam­men­rei­ssen, ein biss­chen besin­nen.« (Gal­lus Frei-Tomić)

Außer­dem liest sie aus ihrem Lang­ge­dicht »Unter­holz«: Darin ent­wirft Romina Niko­lić in einer Art lyrisch-archäo­lo­gi­scher Tie­fen­gra­bung das Bild einer Kind­heit in einem Dorf im Thü­rin­ger Wald. Sinn­lich­keit, Natur­er­fah­rung und Mär­chen tref­fen im Gedicht auf die dia­lek­ta­len, land­schaft­li­chen und histo­ri­schen Beson­der­hei­ten Südthüringens.

Romina Niko­lić wurde 1985 in Suhl gebo­ren und wuchs im thü­rin­gi­schen Schön­brunn auf. Nach einem Lite­ra­tur­wis­sen­schafts- und Phi­lo­so­phie­stu­dium lebt und arbei­tet sie als Her­aus­ge­be­rin, Pro­jekt­ma­na­ge­rin und Über­set­ze­rin in Jena. Für ihre (lyri­sche) Arbeit erhielt sie zahl­rei­che Aus­zeich­nun­gen. So wurde sie in den Jah­ren 2009 und 2011 mit dem Preis des Jun­gen Lite­ra­tur­fo­rums Hes­sen-Thü­rin­gen, 2024 mit dem För­der­preis der Anke-Ben­n­holdt-Thom­sen-Stif­tung prä­miert. 2012 erhielt sie das Wal­ter-Dexel-Sti­pen­dium der Stadt Jena, spä­ter ein Arbeits­sti­pen­dium des Thü­rin­ger Mini­ste­ri­ums für Bil­dung, Wis­sen­schaft und Kul­tur und zuletzt das Gisela-Sche­rer-Sti­pen­dium der Stadt Hausach für Lyrik. Sie ist Libret­ti­stin der Opern »MUTTER« & »Con­trol« von Giord­ano Bruno do Nasci­mento. Gemein­sam mit Michael Sta­va­rič über­setzte sie Sue Goyet­tes »Ocean« aus dem Eng­li­schen. Zuletzt erschie­nen der Gedicht­band »Unter­holz« (Edi­tion Muschel­kalk 2023) und die Erzäh­lung »Lita­nei der Leich­tig­keit, in der du–« (Sukul­tur 2025). 

 

»Zeit­um­stel­lung« – Lesung mit Wolf­gang Haak

Ein Mann namens Tobler begibt sich genau in der Stunde, da im Herbst die Uhren von 3:00 Uhr MESZ auf 2:00 Uhr MEZ zurück­stellt wer­den, auf unge­wisse Spu­ren­su­che. Sein Weg führt ihn also in der Stunde, die es nicht gibt, zurück in die Ruine des Hau­ses, in dem er in den letz­ten Jah­ren der DDR im zwei­ten Hin­ter­hof gewohnt hat. Was er zu fin­den hofft, bleibt unge­wiss. Aber ihm begeg­nen in einem sur­rea­li­stisch auf­ge­la­de­nen Raum Per­so­nen von damals, die sei­nen Lebens­weg berühr­ten oder beein­fluss­ten. Sie alle bil­den Bruch­teile eines Mosa­iks, das im Gesamt­bild ein ande­res Bild von der unter­ge­gan­ge­nen DDR ver­mit­telt – aus einer Nische her­aus, in der sich Pro­to­ty­pen und »nor­male« Bür­ger zurück­ge­zo­gen hat­ten, hin­ein­ge­drängt oder ein­fach vom Zufall hin­ein­ge­drückt wor­den waren. Tobler geht durch die lee­ren Zim­mer, steigt Trep­pen hin­auf und hin­un­ter, ver­schwin­det in einer Unter­welt und folgt dem Lied (s)eines Kindes.

Wolf­gang Haak wurde 1954 in Gen­thin gebo­ren. Er stu­dierte Mathe­ma­tik und Phy­sik in Jena und arbei­tete anschlie­ßend von 1975 bis 1977 als Leh­rer an einer Son­der­schule in Pase­walk. Von 1979 bis 1982 war er am Museum für Ur- und Früh­ge­schichte in Wei­mar als päd­ago­gi­scher Mit­ar­bei­ter tätig. 1981 wech­selte er als Leh­rer an das Musik­gym­na­sium Schloss Bel­ve­dere, des­sen Lei­ter er seit 1991 ist. Neben Auf­sät­zen über Wal­ter Hasen­cle­ver oder Rahel San­zara legte er meh­rere Künst­ler­bü­cher und Pro­sa­bände vor. Ins­be­son­dere liegt ihm die poe­ti­sche Prosa in Kurz­form. Zuletzt erschien von ihm »Wort­land­schaf­ten«, Gedichte. Axel-Diel­mann Ver­lag, Frank­furt am Main 2024; »Ver­hal­tene Bot­schaft«. Gedichte, Edi­tion Muschel­kalk, Mit­tel­deut­scher Ver­lag, Halle (Saale) 2024; »Wort­land­schaf­ten II«, Prosa-Gedichte. Axel-Diel­mann Ver­lag, Frank­furt am Main 2025.

 

Eine Ver­an­stal­tung des Forum All­mende e.V.  und der Stadt­bü­che­rei Über­lin­gen in Koope­ra­tion mit dem Thü­rin­ger Lite­ra­tur­rat e.V. im Rah­men von des­sen Reihe »Lite­ra­tur­land Thü­rin­gen unter­wegs«. Mit freund­li­cher Unter­stüt­zung des Thü­rin­ger Mini­ste­ri­ums für Bil­dung, Wis­sen­schaft und Kultur.

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