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Literaturland Thüringen unterwegs in Brüssel

Wann

24. Juni 2026 
18:30 – 20:30

Wo

Veranstaltungstyp

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Lite­ra­tur­land Thü­rin­gen unter­wegs – Lesung mit Anke Engel­mann und Anselm Oelze

Mode­ra­tion und Gespräch: Jens Kirsten

 

„Blen­der“ – Roman von Anke Engelmann

Han­nes Bohn will nur eins: als Künst­ler leben. Doch für so ein­fa­che Wün­sche ist die DDR zu eng. Han­nes lan­det im Gefäng­nis, dro­gen­süch­tig und hoch ver­schul­det. Wenig spä­ter ent­deckt die Stasi seine Bega­bung und bil­det ihn zum Kunst­fäl­scher aus. Erneut schei­tert Han­nes, dies­mal an sei­ner Red­lich­keit: Heim­lich fälscht er ein Renais­sance-Gemälde, um das Ori­gi­nal vor dem Ver­kauf ins Aus­land zu retten.

Anke Engel­mann zeich­net das trau­rig-komi­sche Leben eines Man­nes nach, der durch die DDR-Geschichte stol­pert. Er blufft sich durch Gefäng­nis, Psych­ia­trie und Unter­grund, bis er selbst nicht mehr weiß, wer er wirk­lich ist: ein Bild, so oft über­malt, dass nie­mand mehr das Ori­gi­nal erkennt. Ist Han­nes ein tra­gi­sches Genie, ein Blen­der – oder bei­des zugleich?

»Ein span­nen­der Schel­men­ro­man, der auf fas­zi­nie­rende Weise das wech­sel­hafte Leben des Kunst­fäl­schers Han­nes Bohn und zugleich die Geschichte der Zei­ten­wende von 1989/90 erzählt. Unter­halt­sam und fes­selnd erzählt, steht der Roman ver­wand­ten Legen­den wie der des Peter Holtz von Ingo Schulze eben­bür­tig zur Seite.« – Lutz Seiler

Anke Engel­mann, 1966 in Wei­mar gebo­ren, wo sie heute lebt und arbei­tet, hat nach ihren Erfah­run­gen in viel­fäl­ti­gen Jobs Sprach­wis­sen­schaft stu­diert und ist gelernte Jour­na­li­stin. Seit­dem ist das Schrei­ben ihre Pro­fes­sion: Unter dem Namen »Büro für ange­wandte Poe­sie« ver­fasst sie eigene und lek­to­riert fremde Texte, hält Kurse für Krea­ti­ves Schrei­ben und unter­rich­tet Men­schen mit Behin­de­rung im Lesen und Schrei­ben. 2021 erschien bei Edi­tion Schwarz­druck ihr Erzähl­band »Eiapo­peia im Prenzelberg«.

 

„Die da oben“ – Roman von Anselm Oelze

Drei Frauen und ein Haus, in dem sie auf­ein­an­der­tref­fen – und ent­schei­den müs­sen, was sie ret­ten wol­len: ihre Über­zeu­gun­gen oder die Bezie­hun­gen zu den Men­schen, die sie lieben.

Als Tess mit ihrer Freun­din Moyra in eine schöne Alt­bau­woh­nung im Leip­zi­ger Zen­trum zieht, gehen für sie gleich meh­rere Träume in Erfül­lung. Ihre Bezie­hung hat end­lich ein Zuhause und mit der Unter­stüt­zung von Moy­ras Eltern kann sie sogar ihre eigene Schnei­de­rei eröff­nen: und zwar im Erd­ge­schoss des Hau­ses, wo Rolf, der Mann ihrer Nach­ba­rin Heike, einen Geträn­ke­la­den betrie­ben hatte, bis die­ser der Kon­kur­renz durch die Lie­fer­ser­vices und der stei­gen­den Laden­miete zum Opfer fiel.

Seit über drei­ßig Jah­ren lebt das ältere Paar im ober­sten Stock des Hau­ses. Als ihm nun auch die Woh­nung gekün­digt wird, bie­ten die jun­gen Frauen Hilfe an. Aber je mehr Heike und Rolf auf »das kaputte System« und »die kor­rup­ten Eli­ten« schimp­fen und aller­or­ten Ver­schwö­run­gen wit­tern, desto ent­schlos­se­ner geht Moyra auf Distanz. Tess dage­gen gerät in arge Soli­da­ri­täts­kon­flikte, und schließ­lich sind alle gezwun­gen, zu ent­schei­den, was sie ret­ten wol­len: ihre eige­nen Über­zeu­gun­gen oder die Bezie­hun­gen zu den Men­schen, die sie lieben.

In sei­nem neuen Roman erzählt Anselm Oelze nicht nur die Geschichte eines Hau­ses und dreier Frauen. Ein­fühl­sam und lebens­nah befasst er sich auch mit den Spal­tun­gen in der Gesell­schaft und fragt danach, wie Zusam­men­le­ben wider alle Erwar­tun­gen gelin­gen kann.

Anselm Oelze, gebo­ren 1986 in Erfurt, stu­dierte unter ande­rem Phi­lo­so­phie in Frei­burg und Oxford. Nach sei­ner Pro­mo­tion arbei­tete er an der Uni­ver­si­tät Hel­sinki und der LMU Mün­chen. 2019 erschien sein Roman »Wal­lace«. Es folg­ten die lite­ra­ri­sche Repor­tage »Die Gren­zen des Glücks: Eine Reise an den Rand Euro­pas« (2021) und der Roman »Pan­dora« (2023). Er wurde mehr­fach aus­ge­zeich­net und lebt mit sei­ner Fami­lie in Leipzig.

 

Eine Ver­an­stal­tung der Ver­tre­tung des Frei­staats Thü­rin­gen bei der EU in Koope­ra­tion mit dem Thü­rin­ger Lite­ra­tur­rat im Rah­men der Reihe »Lite­ra­tur­land Thü­rin­gen unter­wegs«. Mit freund­li­cher Unter­stüt­zung der Thü­rin­ger Staats­kanz­lei und des Thü­rin­ger Mini­ste­ri­ums für Bil­dung, Wis­sen­schaft und Kultur.

 

Ein­tritt: Nur auf Ein­la­dung der Ver­tre­tung des Frei­staats Thü­rin­gen bei der EU.

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