Das MOSAIK von Hannes Hegen – Comic in der DDR – Vortrag von Dr. Bernd Lindner
»Orientalischer« könnte die Szenerie nicht sein: Vor einer Silhouette aus Moscheen und Minaretten jagt eine Gruppe wütender Männer in Pluderhosen – Turbane auf dem Kopf, Schnabelschuhe an den Füßen, Krummsäbel, Speere und Hellebarden schwingend – hinter drei knollennasigen Kobolden her. Auch sie in orientalische Phantasiekostüme gekleidet. Der Eine schwarz‑, der Zweite blond- und der Dritte rothaarig. So tauchten Dig, Dag und Digedag im Dezember 1955 erstmals auf dem Titelblatt der Zeitschrift MOSAIK auf. Der einzigen, durchgängigen Comic-Heftreihe, die in der DDR erschienen ist. Von nun an sollten die Digedags, wie sie alle nannten,
treue Begleiter von Generationen von Kindern und Jugendlichen im Osten Deutschlands werden. Denn sie streiften mit ihnen durch Raum und Zeit – besuchten das alte Rom und ferne Galaxien, das Mittelalter ebenso wie den Wilden Westen – und ließen damit die muffige, enge DDR ebenso weit hinter sich wie auch deren staatlich gelenkte Pressezensur. Der Mann, der dies fertigbrachte, war allen nur unter dem Pseudonym Hannes Hegen bekannt…
Reservierungen über: Fred Böhme, Tel.: 034671–61923, E‑Mail: fred.boehme@panorama-museum.de
Eintritt frei.
Veranstalter: Panorama Museum Bad Frankenhausen.