Widersprüchlicher Staat DDR. Warum bleiben und was nun?
Podiumsgespräch mit Astrid Fischer, Matthias Herbst und Marcel Wicher
Auf der Suche nach der eigenen Identität sind Jugendliche und Erwachsene oft damit konfrontiert, ihre Wege zwischen Anpassung und Auflehnung auszuloten – ein Prozess, der in Diktaturen oft nur eingeschränkt möglich ist. Ausreise- und Fluchtgedanken, aber auch der unbedingte Wille zu bleiben und aktiv an einem „besseren“ Sozialismus mitzuwirken, spielen in diesem Aushandlungsprozess mit sich selbst häufig eine wichtige Rolle. Was hat es bedeutet, oppositionell zu sein oder in selbst geschaffenen Nischen einer repressiven Gesellschaft zu leben? Welche Sehnsüchte und Ängste gab es? Wie sah der Handlungsraum aus zwischen politischer Kritik und jugendlichem Leichtsinn, zwischen mutiger Aktion, taktischer Vorsicht und dem Rückzug ins Private?
Was in den 1980er Jahren in Gera ihre eigenen Wege waren, beschreiben die drei Podiumsgäste. Astrid Fischer – engagiert in der Umweltgruppe im Kulturbund und in der Frauengruppe innerhalb der Basisgruppe Weimar, Matthias Herbst – Verhaftung wegen Herstellung und Verbreitung pazifistischer Flugblätter und Marcel Wicher – Mitglied der Hermsdorfer Punkband „Ulrike am Nagel “.
Veranstalter: Gedenkstätte Amthordurchgang in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen.