Apoldaer Lesezeit 2026 – Lesung mit Kaleb Erdmann
In seinem Roman »Die Ausweichschule« verarbeitet Kaleb Erdmann den Amoklauf am Erfurter Gutenberg-Gymnasium von 2002.
Er war damals selbst elf Jahre alt und überlebte die Tat. Das Buch konzentriert sich nicht auf den Täter, sondern auf das Leben danach. Der Text wechselt zwischen drei Perspektiven: dem Kind von damals, dem erwachsenen Mann und dem schreibenden Autor. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie man über ein Trauma schreiben kann, wenn man die Gewalt zwar nicht direkt gesehen, ihre Folgen wie Angst und Unruhe aber jahrelang gespürt hat. Erdmann nutzt eine sachliche, fast kühle Sprache, um das jahrelange Schweigen und die psychischen Belastungen darzustellen.
Der 1991 geborene Autor lebt heute in Düsseldorf. Nach seinem Erfolg mit »Wir sind Pioniere« bei Rowohlt ist dies sein zweiter Roman. Er zeigt darin eindringlich, dass Erinnern oft schmerzhaft, aber notwendig ist.
Eintritt: 5 Euro.
Veranstalter: Stadt‑, Kreis- und Fahrbibliothek Apolda-Weimarer Land.