»Stasiknast und Ostseeflucht« – Blues, Rock und DDR-Geschichte – Lesung, Gespräch und Konzert mit Dietrich Kessler und Eberhard Klunker
In lockerer Atmosphäre, aber nicht belangloser Plauderei, erzählen Dietrich Kessler und Eberhard Klunker über Musiker-Leben und ihre unterschiedlichen Routen, aus der DDR in den Westen zu kommen. Zum Abendtalk mit Musik lädt die Point Alpha Stiftung am Donnerstag, den 26. März ins Haus auf der Grenze ein. Beginn ist um 18.30 Uhr. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.
Die Künstler haben so Einiges erlebt. Vor allem aber, was beide antrieb, sich den staatlichen Anordnungen und Zwängen zu entziehen und letztendlich der DDR trotz des Verlusts einer großen Fangemeinde und vieler Freunde den Rücken zu kehren. Zwischendurch greifen die beiden Musiker zu Gitarre, Saxophon oder Querflöte und geben mit Blues- und Rocksound so einen kleinen Einblick in ihr musikalisches Schaffen und wird aus Kesslers Buch »Stasi-Knast« gelesen.
Dietrich Kessler war Chef der bekannten Rockband Klosterbrüder, die sich 1975 in Gruppe Magdeburg umbenennen musste. Die Band stellte 1981, einzigartig in der DDR, einen gemeinsamen Ausreisantrag. Die Folgen waren Berufsverbot und letztendlich Inhaftierung. Nach 20-monatiger Haft wurde Kessler »freigekauft«. Eberhard Klunker war Gitarrist bei der Modern Soul Band. 1975 flüchtete er mit seinem Musiker-Kollegen Olaf Wegener mit dem Schlauchboot über die Ostsee in den Westen. Der Moderator Hartmut Rüffert selbst Teil der DDR-Opposition und interessierte sich früh für die sogenannte DDR-Rockmusik, die sich vor allem durch ihre sehr guten und in großen Teilen zeitlosen Texte auszeichnet.
Veranstalter: Thüringer Landesbeauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.