Wolfram Lotz: Träume in Europa
Lotzens Nachtgesang
»Wolfram Lotz, der große Eigenbrötler der Dramenliteratur, hat Jahre in Internetforen verbracht und Traumberichte studiert. Die eigenwilligsten davon hat er in einem kleinen Prosaband versammelt – Träume in Europa. Ein Lesevergnügen, das bald schon Theater werden will.« Christian Rakow (18.02.26, nachtkritik.de)
Du sitzt im Taxi in Amsterdam, aber seltsamerweise musst du selbst fahren, während der Taxifahrer daneben sitzt. Ein Bekannter aus dem Internet umarmt dich zu Hause, du fühlst dich seit Langem wieder geborgen, dann aber kommt dein Mann mit den Kindern die Treppe hinauf – alles verschwindet, und du wachst auf. Es sind merkwürdige, komische Träume, die einem immer wieder sehr vertraut vorkommen – weil es die Träume wirklicher Menschen sind und weil die Welt, in der wir leben, ja wirklich ziemlich komisch ist.
Wolfram Lotz, 1981 in Hamburg geboren, ist ein deutscher Dramatiker, dessen Stücke an allen großen Bühnen gespielt werden. 2011 wurde er mit seinen ersten beiden Stücken bekannt: Für »Der große Marsch« wurde er mit dem Kleist-Förderpreis ausgezeichnet. Für »Einige Nachrichten an das All«, das ebenfalls an vielen Theatern im deutschsprachigen und europäischen Raum aufgeführt wurde, darunter auch am Deutschen Nationaltheater Weimar, wurde er in der Kritikerumfrage von Theater heute zum Nachwuchsautor des Jahres gewählt. 2015 erhielt Wolfram Lotz den Nestroypreis für »Die lächerliche Finsternis« und wurde zum Dramatiker des Jahres gewählt.
15,-/10,-/1,- EUR zzgl. Gebühren
Von September bis November finden im Gewölbekeller der Stadtbücherei Weimar wieder zehn Lesungen der besonderen Art statt. Die Herbstlesereihe europalette26 widmet sich auch in diesem Jahr der europäischen Literatur. Erwartet werden Autorinnen und Autoren aus Deutschland, Österreich, Tschechien, der Slowakei und der Ukraine. Die europalette26 bietet ihren Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, Autorinnen und Autoren aus verschiedenen europäischen Ländern kennenzulernen. Was eint uns? Was unterscheidet oder trennt uns vielleicht sogar? Empfand eine Slowakin die Wendezeit anders als ein Ostdeutscher, obwohl in beiden ein „Ostblockherz“ schlägt?
Das interessierte Publikum ist herzlich eingeladen, auch nach der Veranstaltung im Gewölbekeller zu verweilen und mit den Autorinnen und Autoren bei einem Glas Wein ins Gespräch zu kommen.
Veranstalter: Stadtbücherei Weimar