* 9.6.1931 in Komotau (heute: Chomutov, Tschechien), 1945 Vertreibung, Übersiedlung nach Oldisleben in Thüringen; Land- und Bauarbeiter, 1947–1949 Oberschule in Bad Frankenhausen; 1949 Abitur; Arbeit als Zimmermann; 1949–1951 Studium der Psychologie, Kunst, Kunsterziehung und Literatur in Berlin, Greifswald und Leipzig; 1951–1955 Lehrer in Günserode, Sonneberg und Rabenäußig; 1953 Heirat mit Margret Malz; 1955 bis 1983 Lehrer für Kunst, Deutsche Sprache und Literatur in Unterwellenborn; 1964–1974 Leiter eines Lyrikclubs im Kulturhaus Unterwellenborn; 1968–1969 Arbeit an einer Dissertation zum Thema »Das poetische Schaffen Jugendlicher in der DDR«, mit der er 1969 promoviert wurde; 1964–1990 mit Margret Kratschmer Aufbau einer Lyriksammlung von ca. 100.000 Gedichten von Jugendlichen bzw. jungen Autorinnen und Autoren; 1971 und 1972 Seminarleiter beim Zentralen Poetenseminar in Schwerin; 1972–1990 mit Margret Kratschmer Leitung der Galerie Kulturpalast Unterwellenborn; 1983 Demissionierung aus dem Schuldienst; freiberuflicher Herausgeber, Galerist, Dozent und Kunstwissenschaftler; 1983–1995 als freischaffender Kunstwissenschaftler Mitglied des Verbands Bildender Künstler; ab 1988 mit Magret Kratschmer Aufbau der Kunstsammlung Maxhütte; 1989 Kunstpreis des Bezirkes Gera; 1990–1992 Gründungsdirektor des Heinrich-Böll-Gymnasiums in Saalfeld; 1991 Mitglied der Association Internationale des Critiques d’Art (AICA) in Paris; 1992–1998 Mitglied der Heinrich-Böll-Stiftung; 1992–1999 Lehr- und Forschungstätigkeit an der Universität Jena, Professor für Neueste Deutsche Literatur, 1993–2001 Kuratierung der Internationalen Jenaer Poetik-Vorlesungen; 1996 Schiller-Medaille der Universität Jena; 1995 Übergabe der Kunstsammlung Maxhütte an den Freistaat Thüringen; 1996 Schenkung der Lyriksammlung (Edwin Kratschmer und Hannes Würtz) an die FSU Jena; 2000 mit Udo Scheer Organisation eines Symposiums zum 50. Geburtstag von Jürgen Fuchs, mit dem ihn seit 1971 eine Freundschaft verband; ab 2001 freiberufliche schriftstellerische Tätigkeit; 2005 Ehrenmitglied des Collegium Europaeum Jenense; 2009 Ehrenmitglied des Kunstvereins Saalfeld e.V.; 2010 Literaturpreis der Vertriebenen; 2011 Ehrenbürger von Unterwellenborn; lebte seit 1955 in Unterwellenborn b. Saalfeld, lebt seit 2015 in Saalfeld.
(Foto: Friedhelm Berger/Top Press)
Prosa
Tatort Böhmen oder Kte domov muj, Essen 1998;
Zwiegesicht. Stationen & Spiegelungen, Unterwellenborn 2000;
Habakuk oder Schatten im Kopf, Weimar 2001;
Die Doppelhalsgeige. Roman, Und-Verlag, Stadtroda 2008;
Blaurausch. 10 Erzählungen, Und-Verlag, Stadtroda 2008;
Ali Kurt Baumgarten. Kunst-Roulett, Und-Verlag, Stadtroda 2009;
Siebenschlaf, Roman, Und-Verlag, Stadtroda 2010;
Babelturm. (Mutterlaut und Mördersprach/Lust-Ikon und Totentanz), Und-Verlag, Stadtroda, 2011;
Böhmische Tage. Kleine Prosa, Unterwellenborn 2010;
Wahnwald. Roman. Und-Verlag, Stadtroda 2011;
Menetekel. Kurzprosa aus sechs Jahrzehnten. Und-Verlag, Stadtroda 2013;
Tintentage, Und-Verlag, Stadtroda 2016;
Schattentanz, Roman, Und-Verlag, Stadtroda 2016;
Fetzen, Und-Verlag, Stadtroda 2017;
Paarzeit. Erzählstücke, Stadtroda 2018;
Post mortem. Blocktexte, edition mk Saalfeld 2021;
Lyrik
Lebensspur, Ged., Weimar 1999;
Essay
Christophorus von Samos bis Sakulowski, Weida 1989;
Verhaltensforschung mittels Satire, Kassel 1992;
Kunst auf Horrortrip, Gera 1992;
Zeit-Landschaften, Gera 1993;
Schweigt der Menschen laute Lust, Berlin 1993;
Anatomie der Gewalt, Coburg 1994;
Das Plenzdorf-Syndrom, Essay, Stuttgart 1995;
Leute, es möcht der Holunder sterben, Essay, Erfurt 1995;
Anatomie der Gewalt, Coburg 1995;
Plenzdorfs neue Leiden, Stuttgart 1996;
Ästhetik der Gewalt, 13 Essays, Weimar 2000;
Das ästhetische Monster Mensch. Fragmente zu einer Ästhetik der Gewalt, Frankfurt-New York 2002;
Tatort Heimat. 21 Essays, Unterwellenborn 2002;
Aufbruch mit Böll, Unterwellenborn 2004
(Jugendlyrik-Anthologien);
Und Mut gehört zum Wort (Hrsg.), Unterwellenborn 1964;
Offene Fenster (Hrsg.), 9 Bände, Berlin 1967–1990
(Publikationen zur Jugendlyrik);
Das poetische Schaffen Jugendlicher in der DDR, Leipzig 1969;
Das Lyrikinteresse von Abiturienten in Thüringen, Jena 1993;
Dichter – Diener – Dissidenten. Vom Sündenfall der DDR-Lyrik, Jena 1995;
Poetologie des Jugendgedichts. Ein Beitrag zur Poetogenese, Frankfurt/Bern/New York 1996;
Von der Unschuld der Plagiate, Berlin 1998
(Publikationen zur Kunst);
Maler – Grafiker – Plastiker im Bezirk Gera, Gera 1988;
Max braucht Kunst, Unterwellenborn 1988;
Von Altenbourg bis Zitzmann, mit Margret Kratschmer, Weimar 1999;
Saku-Art, Unterwellenborn 2001;
Tübkes Superbildkonserve, Erlangen 2001;
Kunst im Clinch. Zur Kunst in der DDR, Köln 2007;
Babelturm, Stadtroda 2011;
Brieftage. Briefe an Künstler, Grafikmuseum Stiftung Schreiner, Bad Steben 2018;
Publikationen zur Literatur
Jürgen Fuchs. Poesie und Zersetzung (Hg.), Jena 1993;
Dichter Diener Dissidenten. Sündenfall der DDR-Lyrik, Jena 1995;
Versus Diktatur. Texte zu Jürgen Fuchs, Unterwellenborn 2001;
Pegasos & Sisyphos. Texte zu Rathenow, Unterwellenborn 2002;
Das blaue Komma. Texte zu Reiner Kunze, Weimar 2003;
Publikationen zu den Internationalen Jenaer Poetik-Vorlesungen
Erinnern provozieren (Hrsg.), Köln 1996;
Poesie und Erinnerung (Hrsg.), Erlangen/Jena 1998;
Ludvík Kundera. Berlin (Hrsg.), Weimar 2000;
Gottfried Meinhold. Die Grenze (Hrsg.), Weimar 2000;
Ulrich Zwiener. Weltbürger und Visionär, Jena 2002;
Literatur
Edwin Kratschmer – Wärmestrom in bleierner Zeit. Schriftenreihe des Collegium Jenense, Sonderheft, Jena 2006;