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Lesung mit Radka Denemarková

Wann

8. Novem­ber 2026 
18:00 – 19:30

Wo

Kul­tur: Haus Dach­eröden Erfurt
Anger 37, Erfurt, 99084 

Veranstaltungstyp

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Radka Dene­mar­ková: Kobold / Schokoladenblut

 

Tsche­chien ist Ehren­gast der Frank­fur­ter Buch­messe 2026 und Radka Dene­mar­ková eine der bekann­te­sten Autorin­nen des Lan­des. Zwei ihrer Romane erschei­nen 2026 auf Deutsch – die the­ma­ti­sche Gewich­tung wäh­rend der Lesung wird noch ent­schie­den. Die Autorin liest und erzählt auf Deutsch.
In »Kobold« ver­knüpft Radka Dene­mar­ková zwei Geschich­ten, die auf den ersten Blick gegen­sätz­lich wir­ken, sich aber auf viel­fäl­tige Weise mit­ein­an­der ver­bin­den. Im Mit­tel­punkt ste­hen Men­schen, deren Leben von Liebe, Gewalt, fami­liä­ren Erfah­run­gen und gesell­schaft­li­chen Erwar­tun­gen geprägt wird. Die Figu­ren kämp­fen mit den Fol­gen ihrer Her­kunft und wach­sen in einer Umge­bung auf, die wenig Raum für Schwä­che, Ver­letz­lich­keit oder Anders­sein lässt. Ihr per­sön­li­ches Leid ent­steht dabei nicht nur durch indi­vi­du­elle Schick­sale, son­dern spie­gelt auch die Pro­bleme einer Gesell­schaft wider, die zuneh­mend von Aus­gren­zung, Härte und ideo­lo­gi­schen Kon­flik­ten geprägt ist. Wäh­rend sich die Lebens­wege der Prot­ago­ni­stin­nen und Prot­ago­ni­sten kreu­zen, stellt der Roman die Frage, wie Men­schen unter sol­chen Bedin­gun­gen ihre Mensch­lich­keit bewah­ren kön­nen. Über allem liegt dabei die geheim­nis­volle Prä­senz der „Kobolde“ – einer dunk­len, schwer greif­ba­ren Kraft, die die Ereig­nisse zu beein­flus­sen scheint und den Figu­ren immer wie­der begegnet.

Mit gro­ßer erzäh­le­ri­scher Kraft ver­bin­det Dene­mar­ková per­sön­li­che Schick­sale mit gesell­schaft­li­cher Kri­tik und erzählt von den Aus­wir­kun­gen von Macht, Ideo­lo­gien und zwi­schen­mensch­li­chen Bezie­hun­gen auf das Leben des Einzelnen.

In ihrem neuen gro­ßen Roman »Scho­ko­la­den­blut« erzählt Radka Dene­mar­ková die Geschichte des 19. Jahr­hun­derts neu und zeigt, wie Macht und Kapi­tal bis heute unser Den­ken und Han­deln prä­gen. Sie ver­webt die Lebens­wege histo­ri­scher Per­sön­lich­kei­ten zu einem ein­drucks­vol­len Pan­orama über Gewalt, Patri­ar­chat und Aus­beu­tung – und macht sicht­bar, wie eng die Macht­struk­tu­ren des 19. Jahr­hun­derts mit den Kri­sen der Gegen­wart ver­bun­den sind:

Mitte des 19. Jahr­hun­derts schreibt die tsche­chi­sche Autorin Božena Něm­cová ein patrio­ti­sches Mär­chen, des­sen Bot­schaft sie selbst nicht über­zeugt. Zur glei­chen Zeit lebt George Sand in Frank­reich ein radi­kal ande­res Modell weib­li­cher Autorin­nen­schaft – unab­hän­gig, selbst­be­stimmt und gesell­schaft­li­chen Kon­ven­tio­nen trot­zend. Wäh­rend Europa um natio­nale Iden­ti­tä­ten ringt, baut J. D. Rocke­fel­ler auf der ande­ren Seite des Atlan­tiks mit Erdöl sein Wirt­schafts­im­pe­rium auf und legt damit den Grund­stein für eine neue Epo­che glo­ba­ler Macht.

Radka Dene­mar­ková, gebo­ren 1968, ist eine tsche­chi­sche Autorin, Dra­ma­ti­ke­rin, Dreh­buch­au­to­rin, Essay­istin und Über­set­ze­rin deut­scher Lite­ra­tur. Als ein­zige tsche­chi­sche Autorin ist sie vier­fa­che Preis­trä­ge­rin des Magne­sia Litera Prei­ses. Ihre Werke wur­den in mehr als 20 Spra­chen über­setzt. Für ihren Roman „Ein Bei­trag zur Geschichte der Freude“ wurde sie mit dem Spy­cher Lite­ra­tur­preis Leuk 2019 aus­ge­zeich­net, für „Stun­den aus Blei“ mit dem Lite­ra­tur­preis des Lan­des Stei­er­mark 2022, mit dem Brücke Ber­lin Preis 2022 (zusam­men mit ihrer Über­set­ze­rin) und mit dem Franz-Kafka-Preis Odra­dek 2024. 2023 wurde sie in die Deut­sche Aka­de­mie für Spra­che und Dich­tung aufgenommen.

 

Vor­ver­kauf: 14,00 € / 12,00 € ermä­ßigt Abend­kasse: 17,00 € / 15,00 € ermäßigt

 

Ver­an­stal­ter: Erfur­ter Herbst­lese e.V.

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