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Neue Stimmen – Der Debütantensalon

Wann

28. Sep­tem­ber 2026 
19:30 – 21:00

Wo

Kul­tur: Haus Dach­eröden Erfurt
Anger 37, Erfurt, 99084 

Veranstaltungstyp

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Beim Debü­tan­ten­sa­lon stel­len drei lite­ra­ri­sche New­co­mer ihre Roman­de­büts vor. Am Ende kürt das Publi­kum das Debüt der Herbst­lese 2026. Für drei sehr unter­schied­li­che Romane hat sich die Jury dies­mal entschieden:

Im Gespräch mit dem Mode­ra­tor Leo Paul geben fol­gende Autorin­nen einen Ein­blick in ihre Bücher:

Inga Hanka: „Little Hollywood“

Ein Som­mer vol­ler Frei­heit zwi­schen Angst, Mut und Neubeginn

Das echte Leben ist eine herbe Ent­täu­schung. Leo­nie, genannt Leo, will sich nach der Schule kopf­über in die Frei­heit stür­zen und lan­det statt­des­sen auf dem Boden der Rea­li­tät. Streit mit der Mut­ter, Straf­an­zeige gegen den Vater und Feri­en­tage mit dem klei­nen Bru­der, statt ein Som­mer mit Olli, der sie erst geküsst und dann sit­zen­ge­las­sen hat. Zum Glück gibt es »Little Hol­ly­wood«, die Video­thek an der Ecke, deren ein­zi­ger Nach­teil Jo heißt, »Schnaps und Unfug« auf den Arm täto­wiert hat und Leo jedes Mal zwingt, »Wahr­heit oder Pflicht« zu spie­len, obwohl sie sich doch nur in einen Film flüch­ten will. Hin- und her­ge­ris­sen zwi­schen dem Wunsch, sich ins Leben zu wer­fen und der Angst vor dem Absturz, beginnt für Leo ein unver­gess­li­cher Som­mer, in dem sie lernt, was es bedeu­tet, mutig zu sein.

Eine Hom­mage an die spä­ten 90er: Inga Hanka erzählt mit viel Charme in die Wochen des Lebens hin­ein, in denen gefühlt alles und nichts gleich­zei­tig pas­siert – die Wochen des letz­ten Som­mers vor dem end­gül­ti­gen Erwachsenwerden

Lilli Toll­kien: „Mit bei­den Hän­den den Him­mel stützen“

Eine Kind­heit und Jugend im Aus­nah­me­zu­stand und ein Mäd­chen, das zur Hel­din der eige­nen Geschichte wird.

Lale wächst in den 80ern in einer Ber­li­ner Män­ner-Kom­mune auf, in der Par­tys gefei­ert und Revo­lu­tio­nen geplant wer­den. Sie darf wach blei­ben, solange sie will, Süßig­kei­ten essen und ewig fern­se­hen. Doch sie sehnt sich nach Gebor­gen­heit und Ver­läss­lich­keit, wäh­rend ihre eige­nen Gren­zen immer wie­der über­tre­ten wer­den. Auf dem schma­len Grat zwi­schen Frei­heit und Ver­nach­läs­si­gung sucht Lale ihren Weg, tau­melt an den Rän­dern und fin­det Jahre spä­ter Halt im Erzäh­len selbst. Authen­tisch, ver­letz­lich, von poe­ti­scher Spannkraft.

„Lilli Toll­kien schreibt mit einer Wucht, die man kaum erträgt – und gerade des­halb lesen muss.“ Mareike Fallwickl

„Nach der ersten Seite war ich erschüt­tert, nach dem ersten Kapi­tel gefes­selt. Ein Roman von unwahr­schein­li­cher Gra­vi­ta­tion, ein sel­te­nes Juwel.“ Edgar Rai

 Rina Schmel­ler: „Co“

Eine Begeg­nung auf einer Brücke. Ein Erken­nen, eine Liebe. Die Ent­schei­dung für ein gemein­sa­mes Leben – unge­ach­tet der Droge, die ihn beglei­tet und somit nun auch ihren All­tag bestimmt. Sie ver­strickt sich in seine Abhän­gig­keit, beginnt, um ihn zu krei­sen wie er um die Droge: stil­les Zen­trum, dritte Instanz. Sie flieht immer wie­der vor der Gewalt, doch kehrt stets nach Hause zurück – bis sie es eines Tages nicht mehr tut. „Co“ erzählt von Mit­ge­fühl und von schlei­chen­der Selbstsa­bo­tage. Von der Dyna­mik der Sucht, einer Krank­heit, vor der nie­mand sicher ist. Davon, was es heißt, co-abhän­gig zu leben. Und von Selbst­er­mäch­ti­gung. Inbe­griff einer Befrei­ung, erzählt „Co“ vom Weg einer Frau, die die Kraft auf­bringt, sich nach Jah­ren als Co zu lösen: ihre Chance zu über­le­ben. Wie sie mit Mühe, aber ent­schie­den nach einem eige­nen Leben zu suchen beginnt – und mit jeder Phase unab­hän­gi­ger wird. Schritt für Schritt, Schleife für Schleife spürt Rina Schmel­ler dem Wie­der­fin­den eines Ich nach und erzählt mit Kraft vom Zurück­er­lan­gen der eige­nen inne­ren Frei­heit. Mit einer Spra­che vol­ler Klar­heit, Rhyth­mus und Stille schreibt sie gegen das Tabu an.

„Rina Schmel­ler erzählt die Geschichte der Co-Abhän­gig­keit einer Frau ein­fühl­sam, aber ohne jede Sen­ti­men­ta­li­tät – und ent­hüllt dabei alle Facet­ten des Schreckens, aber auch des­sen, was Liebe ist.“ Jenny Erpenbeck

 

Preis Vor­ver­kauf: 17,00 € / 15,00 € ermä­ßigt Abend­kasse: 20,00 € / 18,00 € ermäßigt

 

Ver­an­stal­ter: Erfur­ter Herbst­lese e.V.

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