Internationales Kolloquium Rückblicke auf Mittel-/Zentral-Europa. Eine europapolitische Debatte und ihr Fortleben
Erneut ist die Rede von Ostmitteleuropa und Zentraleuropa
Fast 50 Jahre nach Beginn einer Debatte, mit der eine neue Perspektive auf eine ideologisch geprägte Region (Ostmitteleuropa) geworfen und die Konfrontation des Kalten Krieges überwunden wurde, werden die Begriffe Mittel- bzw. Zentral-Europa (Central Europe) als Deutungsschemata aufgegriffen und neu beschrieben. Das Weimarer Kolloquium aktualisiert eine gesellschaftspolitische Kontroverse, die seit Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine eine neue Bedeutung erhalten hat. Es geht mit den Begriffen und Deutungsschemata um ostmitteleuropäische Erfahrungen, die auch im Westen als Beiträge des Ostens zur Zukunft Europas wahrgenommen werden sollten.
Fast 50 Jahre nach Beginn der dissidentisch geprägten Mitteleuropadebatte, mit der eine neue Perspektive auf eine ideologisch geprägte Region (Ostmitteleuropa) geworfen wurde und die Bipolarität des Kalten Krieges überwunden werden sollte, werden die Begriffe als Deutungsschemata aufgegriffen und neu beschrieben.
Das Weimarer Kolloquium rückt eine gesellschaftspolitische Kontroverse in den Fokus, die seit Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine eine neue Aktualität erhalten hat.
Weitere Informationen und das Tagungsprogramm finden Sie im Veranstaltungskalender.
Anmelden können Sie sich über haab@klassik-stiftung.de
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Programm
Mittwoch, 22.4.26
14:00 Begrüßung
14:30–16:00 Uhr Sektion 1: Begriffstheoretische Sondierungen
Steffen Höhne (Weimar/Prag): Mitteleuropa. Zur Karriere eines politisch-kulturellen Konzepts
Miloš Havelka (Prag): Wo liegt Mitteleuropa und wer sind die Mitteleuropäer?
16:30–18:00 Uhr Sektion 2: Diachrone Verortungen
Reinhard Laube (Weimar): Die Idee der Mitteleuropäischen Vereinigten Staaten in der Zwischenkriegszeit
Annette Werberger (Frankfurt-Oder): Versuch über eine Ideengeschichte Mitteleuropas
18:00 Abendvortrag
Johannes Feichtinger (Wien): Begriffskarrieren. Zu den Konzepten Mittel- und Zentraleuropa
Donnerstag, 23.4.26
9:00–10:30 Uhr Sektion 3: Literaturwissenschaftliche Konzeptualisierungen
Florian Kührer-Wielach (München): Drang nach Osten, Flucht nach Westen. Leerstelle Mitteleuropa?
Alfrun Kliems (Berlin): Mitteleuropäerinnen. Weibliche Stimmen in einem männlich geprägten Diskurs
11:00–13:00 Uhr Sektion 4: Die ungarischen Debatten
László Levente Balogh (Debrecen): Wiederkehr der Geschichte? Politische Misere und Hysterie als politische Merkmale Mitteleuropas im Werk von István Bibó
Gábor Gángó (Erfurt/Budapest): Péter Esterházy, Danilo Kiš und die „mitteleuropäische Poetik“
Katalin Madácsi-Laube (Berlin): Der Schriftsteller und Dissident György Konrád und Mitteleuropa
14:00–16:00 Sektion 5: Die tschechischen Debatten
Peter Bugge (Aarhus): Das Exkludierte. Transformationen europäischer Bipolarität im tschechischen Mitteleuropadiskurs der 1980er und frühen 1990er Jahre und ihr Erbe
Alexander Wöll (Potsdam): Jakub Deml, die tschechische katholische Moderne und die Krise des Liberalismus: Wie Mitteleuropa zur Idee und Europa zur Frage wurde
Eduard Schreiber (Berlin): Eda Goldstücker – Begegnungen mit einem Mitteleuropäer im Prager Kaffeehaus
16:30–18:00 Uhr Sektion 5:
Alena Zelená (Prag): „Böhmen am Meer“. Eine mitteleuropäische Europa-Vision im Werk L. Moníkovás
Hélène Leclerc (Toulouse): „Sie sagen immer noch Osteuropa zu uns.“ Charakterisierungen von Mitteleuropa im Werk von Jaroslav Rudiš
18:30 Abendprogramm
Lesung von Texten zur Zentraleuropa-Debatte aus Tschechien, Ungarn, der Ukraine und Polen
Freitag, 24.4.26
9:00–10:30 Uhr Sektion 6: Blicke in die weitere Region
Lothar Ehrlich (Weimar): Interventionen gegen die ‚Tragödie Mitteleuropas‘: Ludvik Kunderas Kooperation mit Dichtern der DDR
Iryna Kovalenko (Frankfurt-Oder): Mitteleuropa in ukrainischen Diskursen
11:00–12:30 Uhr
Bernd Karwen (Leipzig): Stanisław Barańczaks Essays über „Eastern Europe“ – wie ein Pole in den USA den Begriff Mitteleuropa umgeht.
Péter Techet (Wien): Visegrád: Ein politisches Erbe Ostmitteleuropas?
Veranstalter: Klassik Stiftung Weimar, Herzogin Anna Amalia Bibliothek mit Unterstützung des Herder-Forschungsrats und der Ernst-Abbé-Stiftung sowie in Zusammenarbeit mit dem Archiv der Berliner Akademie der Künste.
Tagungsleitung: Prof. Dr. Steffen Höhne (Weimar/Prag), Dr. Reinhard Laube (Weimar)
Ansprechpartnerin: Mieke Hagenah (Herzogin Anna Amalia Bibliothek, Klassik Stiftung Weimar) E‑Mail: haab@klassik-stiftung.de