Landschaft ohne Zeugen. Buchenwald und der Riss der Erinnerung
Buchvorstellung und Gespräch mit Ines Geipel und Justus H. Ulbricht
Auch 80 Jahre nach der Befreiung von Buchenwald ist die Erinnerung an den Holocaust, an Verfolgung und Vernichtung in bestimmten Milieus der „demokratischen Mitte“ zu wenig verankert. Die Angriffe auf das, was im Land „Gedächtniskultur“ heißt, kommen nicht mehr nur von rechts. Warum?
Ines Geipel taucht in ihrem neuen Buch Landschaft ohne Zeugen noch einmal in die Vergangenheit ein, sucht nach den Quellen der Lagerwelt und befragt die Legenden nach 1945: von der Aufarbeitung im Westen bis zum antifaschistischen Staatsmythos der DDR.
Das Gespräch zwischen Ines Geipel und dem Historiker Justus H. Ulbricht versucht, die Leerstellen im kulturellen Gedächtnis des wiedervereinigten Deutschlands auszuloten. Wo und wie beginnen wir mit der Renovierung unserer Erinnerungskultur, lassen den Opfern Gerechtigkeit widerfahren, ohne die Täter zu vergessen? Was bedeutet der aktuelle Umbruch in der Erinnerungskultur? Was muss gesichert sein mit Blick auf die deutsch-deutsche Gedächtnislandschaft?
Eine Veranstaltung in der Reihe „Übersetzen! Das ‚Schreiber-Sofa‘ im Bücherkubus der Herzogin Anna Amalia Bibliothek«.
Eintritt frei.
Veranstalter: Herzogin Anna Amalia Bibliothek / Klassik Stiftung Weimar.