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SUMMARY:Ettersburger Gespräch – B.K. Tragelehn und Thomas Thieme im Gesp
 räch mit Jens-Fietje Dwars
DESCRIPTION:Ettersburger Gespräch "Wer nicht blöd bleibt stirbt." Ein deu
 tsch-deutsches Theatergespräch\n\nB.K. Tragelehn und Thomas Thieme im Ges
 präch mit Jens-Fietje Dwars\n\n&nbsp\;\n\n&nbsp\;\n\nZwei Zeitzeugen\, di
 e deutsche Schauspielgeschichte geschrieben haben: B.K. Tragelehn\, geb. 1
 936 in Dresden\, war der letzte Meisterschüler Bertolt Brechts. Seine Ur
 aufführung der "Umsiedlerin" von Heiner Müller war 1961 so gut\, daß er
  dafür zwei Jahre zur Bewährung in die Braunkohle geschickt wurde. Er ha
 t wie kein anderer Shakespeare und Müller in Ost und West inszeniert und 
 ist mit 90 eine lebende Theater-Legende.\nUnd Thomas Thieme\, geb. 1948 i
 n Weimar\, zählt zu den bedeutendsten deutschen Theater- und Filmschauspi
 elern. B.K. Tragelehn war in den 1970ern Thiemes Dozent an der Berliner S
 chauspielschule. Jahrzehnte später inszenierten beide gleichzeitig am Sc
 hauspielhaus Bochum.\n\nBernhard K. Tragelehn war von 1955 bis 1958 Meiste
 rschüler an der Akademie der Künste in Ostberlin bei Bertolt Brecht und 
 Erich Engel\, danach war er freischaffend als Schriftsteller und Regisseur
  tätig. Im September 1961 löste die Inszenierung der Uraufführung von H
 einer Müllers Stück "Die Umsiedlerin oder Das Leben auf dem Lande" einen
  kulturpolitischen Skandal aus. Stück und Aufführung wurden für konterr
 evolutionär erklärt\, Tragelehn wurde aus der SED ausgeschlossen\, vom S
 enftenberger Theater entlassen und zur Bewährung in der Produktion in die
  Braunkohle in der Niederlausitz geschickt. Erst nach Fürsprache von Paul
  Dessau durfte er ab 1964 wieder als Regisseur arbeiten. Von 1967 bis 1969
  unterrichtete Tragelehn an der Deutschen Hochschule der Filmkunst in Babe
 lsberg. Die Intendantin Ruth Berghaus holte ihn 1972 an das Berliner Ensem
 ble. Der Dramaturg Friedrich Dieckmann empfahl Tragelehn den Bühnenbildne
 r Einar Schleef\, woraus eine fruchtbaren Zusammenarbeit entstand. 1972 in
 szenierte Tragelehn gemeinsam mit Schleef Erwin Strittmatters Komödie "Ka
 tzgraben"\, 1974 folgte Frank Wedekinds "Frühlings Erwachen". Die Auffüh
 rung war in der deutschen Theatergeschichte sehr wichtig\, weil sich „da
 s fragende\, neue Lebensgefühl einer nachgewachsenen Brecht-Generation ar
 tikulierte“. Tragelehn strebte eine ästhetische Neuorientierung der Bre
 cht-Bühne an\, die in Gefahr war\, museal zu erstarren. Entschieden real
 isierte er dieses Ansatz 1975 in der Inszenierung von Strindbergs "Fräule
 in Julie". Bereits während der Probenzeit deutete sich das kulturpolitisc
 he Konfliktpotential an\, nur durch persönliche Fürsprache von Paul Dess
 au konnte die Premiere stattfinden. Es war\, so der Theaterkritiker Christ
 oph Müller\, „das Verrückteste\, was im Berliner Ensemble je über die
  Bühne ging.“ Vor allem der Schluss der Aufführung sorgte für politis
 che Aufregung: die Hauptdarstellerin Jutta Hoffmann stieg\, gestützt von 
 den Zuschauern\, über die Parkettreihen hinweg in Richtung Ausgang. „Di
 eses Flucht-Bild war existenziell\, unübersehbar und bedrängend“\, sch
 rieb der Theaterkritiker Henryk Goldberg rückblickend. Die Aufführung wu
 rde nach nur zehn ausverkauften Vorstellungen abgesetzt. Ein Macbeth-Proje
 kt\, das Tragelehn mit Schleef in Angriff nehmen wollte\, kam nicht mehr z
 ustande. Die Zusammenarbeit der beiden endete\, als Schleff 1976 vom Burgt
 heater Wien nicht in die DDR zurückkehrte. Im November 1976 gehörte B.K.
  Tragelehn zu den Unterzeichnern der Petition gegen die Ausbürgerung Wolf
  Biermanns. Seit 1979 arbeitete er im Westen\, zunächst am Schauspiel Fra
 nkfurt/ M. Er widmete er sich vor allem der Durchsetzung der Stücke von H
 einer Müller auf westdeutschen Bühnen. 1985 holte der Intendant des Staa
 tsschauspiels Dresden\, Gerhard Wolfram\, Tragelehn in dessen Heimatstadt 
 und ließ ihn "Die Umsiedlerin" zur Wiederaufführung bringen. Dies war di
 e erste Inszenierung Tragelehns nach zehn Jahren in der DDR. 1987 wurde B.
 K. Tragelehn Schauspieldirektor in Düsseldorf\, wo er eine seiner legend
 ärsten Inszenierungen von "Maß für Maß" aufführte. Seit Oktober 1989 
 lebt Tragelehn wieder in Berlin. Bis 1998 war er der letzte Präsident des
  ostdeutschen PEN und ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland. Er ist Vo
 rsitzender der Internationalen Heiner Müller Gesellschaft.\n\nJens-Fietje
  Dwars\, geb. 1960 in Weißenfels\, ist Autor und Dokumentarfilmer. Er ha
 t u.a. verfasst: "Abgrund des Widerspruchs. Das Leben des Johannes R. Bech
 er (1998) und "Und dennoch Hoffnung. Peter Weiss. Eine Biografie" (2007).\
 n\n&nbsp\;\n\nVeranstalter: Bildungswerk BAU Hessen-Thüringen e.V. Schlos
 s Ettersburg.\n\nEintritt: 12 €.
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