Ausstellung zum Gebr. Knabe Verlag Weimar

Begleiter der Kindheit

Thüringer Allgemeine, 15.12.2009

Von Heinz Stade

Dass auch Bücher Schicksale haben, und dass deren Verfasser und Verleger es auch früher nicht immer einfach hatten, ihrer Leidenschaft nachzukommen, davon erzählt die weihnachtliche Sonderausstellung "Wurzelprinzessinnen, Detektive und eine Jugendbücherei voller Abenteuer". Damit macht das Stadtmuseum seinen Besuchern und sich selbst ein ebenso festliches wie wertvolles Geschenk.

WEIMAR. Schon der Weihnachtsbaum im Foyer des Hauses deutet auf das Ungewöhnliche dieser vom Thüringer Literaturrat mitveranstalteten Ausstellung hin: Statt bunter Glaskugeln schmücken die Fichte auf Kugelformat gebrachte Cover von Kinder- und Jugendbüchern aus scheinbar längst vergangener Lesezeit. Den Machern - allen voran Dr. Jens Kirsten (Kurator) und Jürgen Postel (Gestaltung) - ist zu gratulieren für die gelungene Präsentation dessen, was sich gemeinhin nicht eben einfach präsentieren lässt: Bücher, Manuskripte und historische Schriftstücke. Statt der oft schnell ermüdenden Aneinanderreihung solcher Exponate in Vitrinen und an Wänden, ziehen hier auch eine Schatztruhe, eine Buchstabenkiste, historische Medientechnik, Spielzeug und anderes noch aus dem Fundus des Museums den Betrachter hin zu den oft kribbelbunten Büchern, die das Signet des von Gerhard und Wolfgang Knabe in Weimar 1932 gegründeten, bis 1984 daselbst ansässigen und 2007 wiedergegründeten Weimarer Gebr. Knabe Verlages tragen. Zu diesem Anreger und Verleger braucht sich kein Autor durch Vorzimmer und Sekretariate zu kämpfen, beeindruckte den damaligen Lektor des Aufbau Verlages Herbert Greiner-Mai, der in Karl Knabe seinen ersten Verleger gefunden hatte, die gleichermaßen offene wie schöpferische Atmosphäre des Hauses. Die ausgestellte Einladung zur ersten Autorenkonferenz des Knabe Verlages im Oktober 1954 unterstreicht diesen Eindruck.

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