Christian Rosenau

unsre heimat: neunundachtzig

neunundachtzig: mit den Regen-
zungen am Asphalt, wie gewohnt
in Reih und Glied, wir

gehen mit Kerzen bewaffnet, wir stehen
es flimmert entschlossen hinter der Hand.
sprich leiser und sprich nicht vom Winter,
sagt Mutter noch während wir warten, wie
nicht abgeholt mit Kerzenwachsfingern
im kalten Oktober.

Laterne, Sonne, Mond und
Schwärme von Kapuzenköpfen tief geduckt
unter den triefenden Saum ihrer Hoffnung,
sperrt ihn ein den Wind,

man weiß
alles steht und fällt mit den Dochten,
mit Flamme und Ruß an den Fingern
auch jetzt –

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