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»Schreib auf, was dich bewegt!«

Die Pan­de­mie ver­än­dert vie­les. Man­che Dinge trot­zen dem Virus. Man­che wech­seln ihr Gewand und kom­men, statt in Prä­senz, inzwi­schen digi­tal daher. Gerade die kul­tu­rell Schaf­fen­den haben sich in den ver­gan­ge­nen Mona­ten an neuen For­ma­ten ver­sucht und abge­ar­bei­tet. Mit mehr oder weni­ger gro­ßen Erfol­gen; dafür aber immer mit der Hoff­nung, das soge­nannte nor­male Leben möge end­lich zurück­keh­ren: mit Knei­pen­be­su­chen und Fami­li­en­fei­ern, mit Kino und Kreis­liga, mit Kon­zer­ten – und Lesungen.

Ohne Frage, auch das lite­ra­ri­sche Leben lag letz­tens schwer danie­der. Dabei soll­ten doch gerade jetzt die Geschich­ten an jeder Ecke war­ten. Wo sich die Rea­li­tät ver­wei­gert, bleibt auf alle Fälle die Vor­stel­lung. Ima­gi­na­tion und Fik­tion, dazu die gro­ßen Fra­gen nach dem Sinn von allem, Liebe, Sehn­sucht und, wohl auch das, Ver­zweif­lung und Trauer exi­stie­ren mit oder ohne Virus. Das Leben, so ein­ge­schränkt es auch erschei­nen mag, will auf­ge­schrie­ben sein. Gerade jetzt.

Da kommt die Neu­auf­lage des Eoba­nus-Hes­sus-Schreib­wett­be­wer­bes genau zur rech­ten Zeit. Ab sofort heißt es wie­der: „Schreib auf, was Dich bewegt!“ Unter die­sem Motto laden die Stadt Erfurt und die Erfur­ter Herbst­lese auch 2021 in Thü­rin­gen lebende junge Lite­ra­ten und Lite­ra­tin­nen ein, sich mit ihren Tex­ten um einen der Preise zu bewer­ben. Der Grund­ge­danke dabei hat Bestand: Egal ob Prosa oder Lyrik, Haupt­sa­che das Geschrie­bene ist selbst­ver­fasst. Bis zum 1. Okto­ber kön­nen alle, die 15 bis 35 Jah­ren alt sind, einen Pro­sa­text oder Gedichte ein­rei­chen. Die Sie­ger, auch das Tra­di­tion, prä­sen­tie­ren sich und ihre Werke live – und hof­fent­lich auch wie­der vor Publi­kum – im Kul­tur: Haus Dacheröden am Erfur­ter Anger.

Die Moda­li­tä­ten des Wett­be­wer­bes haben sich nicht geän­dert, wohl aber die Zusam­men­set­zung der Jury. Michael Hel­bing, Kul­tur­re­dak­teur bei der „Thü­rin­ger All­ge­mei­nen“, und Ellen Scher­zer vom Fried­rich-Bödecker-Kreis für Thü­rin­gen schei­den aus; sehr zum Bedau­ern der ande­ren ver­blei­ben­den Jury­mit­glie­der Ingrid Annel (Schrift­stel­le­rin), Anke Engel­mann (Autorin und Jour­na­li­stin), Hil­de­gard Sei­del (Lei­te­rin der Stadt­bi­blio­thek Nord­hau­sen). Die Herbst­lese ist im Gre­mium wei­ter­hin durch Pro­gramm­che­fin Monika Ret­tig vertreten.

Was für die einen ein Abschied, ist für die ande­ren ein Neu­be­ginn. Mit Fran­ces The­res Beier von der „Thü­rin­ger All­ge­mei­nen“ und Chri­sto­pher Schnell, dem Chef der Tha­lia-Buch­hand­lung in Jena, ist die Jury nicht nur wie­der kom­plett, son­dern zeigt sich auch ein wenig verjüngt.

Die Preise

Ver­ge­ben wer­den fol­gende Preise:

  • Drei Haupt­preise, jeweils mit € 300,00 dotiert
  • Drei För­der­preise, jeweils mit € 100,00 dotiert
  • Ein Publi­kums­preis für die beste Textdar­bie­tung bei der öffent­li­chen Preis­ver­lei­hung am 3. Dezem­ber 2021 im Rah­men der „Erfur­ter Herbst­lese“ bringt dem Gewin­ner eine süße „Ram­pen­sau“ aus den Hän­den von Kon­di­tor­mei­ster Ste­fan Loben­stein ein.

Wie nehme ich am Schreibwettbewerb teil?

Es gibt im Wett­be­werb kein über­ge­ord­ne­tes Thema, zu dem die Texte ver­fasst wer­den sol­len. Pro­sa­texte dür­fen einen Umfang von maxi­mal 10.000 Zei­chen (inklu­sive Leer­zei­chen) haben, bei der Lyrik kön­nen bis zu drei Gedichte ein­ge­reicht werden.

Alle Ein­sen­dun­gen wer­den aus­schließ­lich per E‑Mail an eobanus-hessus@herbstlese.de erbe­ten. Der ein­ge­reichte Text selbst muss als Word-Datei anony­mi­siert sein. Außer­dem ist ein Anschrei­ben erfor­der­lich, in dem Name, Adresse, E‑Mail und Tele­fon, Geburts­da­tum und der Titel des Tex­tes oder der Gedichte ange­ge­ben sind. Zudem bedarf es einer kur­zen Beschrei­bung der Per­son des Autors sowie Anga­ben zu den bis­he­ri­gen lite­ra­ri­schen Aktivitäten.

Als Aus­rich­ter tre­ten die Stadt Erfurt und der Ver­ein Erfur­ter Herbst­lese auf. Wei­tere Part­ner sind die Spar­kasse Mit­telt­hü­rin­gen, die Buch­hand­lung Hugen­du­bel, die Lite­ra­ri­sche Gesell­schaft Thü­rin­gen, der Thü­rin­ger Lite­ra­tur­rat, der För­der­ver­ein Huma­ni­sten­stätte Engels­burg und der Schrift­stel­ler­ver­band Thü­rin­gen. Als Medi­en­part­ner sor­gen die „Thü­rin­ger All­ge­meine“ und Radio F.R.E.I. für die nötige Öffentlichkeit.

Unter dem Namen Eoba­nus Hes­sus exi­stierte bereits von 2001 bis 2015 ein Thü­rin­ger Schreib­wett­be­werb, der 2018 von der Thü­rin­ger Lan­des­haupt­stadt und der Erfur­ter Herbst­lese wie­der­be­lebt wurde.

Helius Eoba­nus Hes­sus (1488 bis 1540) – ver­mut­lich wohl Eoban Koch – war ein evan­ge­li­scher Huma­nist. Er stu­dierte, lebte und arbei­tete in Erfurt und gilt als einer der größ­ten Dich­ter des 16. Jahr­hun­derts. Im Erfur­ter Huma­ni­sten­kreis schrieb er unter ande­rem an den soge­nann­ten Dun­kel­män­ner­brie­fen mit. Sein Zeit­ge­nosse Mar­tin Luther (1483–1546) soll ihn den „berühm­te­sten Poe­ten der Zeit, den from­men und rei­nen Sän­ger“ genannt haben.

Spä­te­stens mit dem Sie­ges­zug des Poe­try Slam ist der Begriff des Poe­ten, der Poe­tin wie­der in aller Munde und gilt nicht län­ger als ange­staubt und alt­mo­disch. Ein quick­le­ben­di­ger, streit­ba­rer und sprachmäch­ti­ger Poet war auch Eoba­nus Hes­sus (1488–1540). Mit­ten hin­ein­ge­bo­ren in den Über­gang vom Mit­tel­al­ter zur Neu­zeit und damit in einen epo­cha­len Umbruch mit all sei­nen Erschüt­te­run­gen im Den­ken und Füh­len der Men­schen, ent­wickelte sich Eoba­nus Hes­sus in Erfurt, wo er sich 1504 an der Uni­ver­si­tät imma­tri­ku­lierte, zu einem »Dich­ter­kö­nig« und maß­geb­li­chen Ver­tre­ter des deut­schen Huma­nis­mus. Der Pro­fes­sor für Spra­che, Poe­sie und Rhe­to­rik ver­sam­melte in der Erfur­ter Engels­burg Freunde und Mit­strei­ter und machte sie zu einem Ort des leben­di­gen intel­lek­tu­el­len Aus­tau­sches über Lite­ra­tur, Poli­tik und Zeit­ge­sche­hen, zu einer »Poe­ten­burg«, wie sie damals bald genannt wurde.

Die Preisverleihung

Die Preis­ver­lei­hung fin­det am 3. Dezem­ber 2021 im Rah­men des Festi­vals »Erfur­ter Herbst­lese« im Kul­tur: Haus Dacheröden statt.

Kontakt

Erfur­ter Herbst­lese e.V.
Anger 37
99084 Erfurt
Tel.: 0361 644 123 75
E‑Mail: eobanus-hessus@herbstlese.de

Alle Ein­sen­dun­gen wer­den aus­schließ­lich per E‑Mail an

eoba­nus- hessus@herbstlese.de

erbe­ten.

Als Aus­rich­ter des Wett­be­werbs tre­ten die Stadt Erfurt und der Ver­ein Erfur­ter Herbst­lese auf.

Wei­tere Part­ner sind

  • die Spar­kasse Mittelthüringen,
  • der Fried­rich- Bödecker-Kreis für Thüringen e.V.,
  • die Buch­hand­lung Hugen­du­bel in Erfurt,
  • die Lite­ra­ri­sche Gesell­schaft Thüringen e.V.,
  • der Thüringer Lite­ra­tur­rat e.V.,
  • der Förderverein Humanistenstätte Engels­burg e.V.
  • der Lan­des­ver­band Thü­rin­gen des Ver­bands deut­scher Schrift­stel­le­rin­nen und Schrift­stel­ler VS in ver.di.

Als Medi­en­part­ner schaf­fen die Thüringer All­ge­meine, Radio F.R.E.I. sowie Radio LOTTE Wei­mar die nötige Öffentlichkeit.

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