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»Der Weg ent­steht im Gehen. Lite­ra­ri­sche Texte aus 100 Jah­ren Thü­rin­gen«, Hg. Jens Kir­sten | Chri­stoph Schmitz-Schole­mann, 391 S., EAN: 978–3‑7374–0271‑2, Wei­ma­rer Ver­lags­ge­sell­schaft in der Ver­lags­haus Römer­weg GmbH, Wies­ba­den 2018.

Die letz­ten 100 Jahre waren Zei­ten sich wie­der­ho­len­der Auf‑, Ab- und Umbrü­che. Ein Jahr­hun­dert vol­ler Uto­pien, Lebens- und Gesell­schafts­ent­würfe, vol­ler Hoff­nun­gen und Ent­täu­schun­gen, vol­ler Sehn­sucht und Leid. Ein Jahr vor der Lan­des­grün­dung 1920 gab sich die Wei­ma­rer Repu­blik in Wei­mar ihre Ver­fas­sung – vol­ler Hoff­nung, dass der »Geist von Wei­mar« die erste deut­sche Demo­kra­tie beflü­geln möge. Nur ein Jahr spä­ter gab der Kapp-Putsch, der auch in Thü­rin­gen seine Spu­ren hin­ter­ließ, einen bit­te­ren Vor­ge­schmack von den kom­men­den Jah­ren vol­ler poli­ti­scher Span­nun­gen. Das schlug sich auch in den knapp 100 Tex­ten von Schrift­stel­lern nie­der, die die­ses Buch ver­sam­melt: Zeug­nisse der Arbeit des mensch­li­chen Gei­stes, der den Brü­chen und Wider­sprü­chen des Lebens einen Sinn abzu­ge­win­nen sucht, ja sie viel­leicht in Rich­tung auf eine bes­sere Welt ord­nen will. Sie ste­hen nicht nur für sich, son­dern kor­re­spon­die­ren mit­ein­an­der. So ent­ste­hen lite­ra­ri­sche und zeit­ge­schicht­li­che Bezüge, Dia­loge. Wer sich auf sie ein­lässt, erfährt von indi­vi­du­el­len Erleb­nis­sen, Begeg­nun­gen und Ansich­ten, aus denen im kol­lek­ti­ven Flim­mern – wie Hans Magnus Enzens­ber­ger es for­mu­lierte – Geschichte ent­steht und erfahr­bar wird.

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