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unsre heimat: neunzig

Christian Rosenau

 

neun­zig: man sprach, ver­sprach
uns im vori­gen Som­mer den Stolz
unse­rer Müt­ter und Väter,

der Leh­rer, Bri­ga­den, Frie­den
und Freund­schaft der Völ­ker
unter der Sonne, ver­sprach

uns das Rot aus dem Aug
des Direk­tors – ein Äder­chen,
das schier geplatzt war vor Freude –
die Fahne gehisst bis zum Hals.

wir gelo­ben und stre­ben,
zu erkenne was wahr ist,
und offen…

der Früh­ling schritt
mit wei­ßen Gir­lan­den und Namen
am Revers durchs Tor,

mit einer Trenn­naht
am obe­ren Ärmel, am Mund
und der Stirn –

nie­mand sprach mehr vom Herbst,
vom Schnee, von gestern
ganz zu schwei­gen.


Alle Rechte beim Autor. Mit freund­li­cher Geneh­mi­gung des Autors.
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