Thüringer Schriftsteller vorgestellt


Hans Herbert Grimm / Foto: © privat
Abdruck mit freundlicher Genehmigung
des Verlages Kiepenheuer & Witsch.

Hans Herbert Grimm wurde 1896 in Altenburg geboren. Nach den Erfahrungen des Ersten Weltkrieges schrieb er den Antikriegsroman "Schlump. Geschichten und Abenteuer aus dem Leben des unbekannten Musketiers Emil Schulz, genannt 'Schlump', von ihm selbst erzählt". Der Roman erschien 1928 im Berliner Kurt Wolff Verlag unter dem Pseudonym "Schlump", das sein Autor nie aufdeckte.
1933 wurde der Roman von den Nationalsozialisten verbrannt.
Hans Herbert Grimm arbeitete nach dem Studium und seiner Promotion als Lehrer für Französisch, Italienisch und Spanisch am Karolineum in Altenburg. Nach 1945 wurde er aufgrund seiner Mitgliedschaft in der NSDAP aus dem Schuldienst entlassen und arbeitete als Dramaturg am Theater in Altenburg. Im Juni 1950 nahm er sich das Leben.


Der Literaturwissenschaftler und Literaturkritikers Volker Weidemann hat den vergessenen Roman wiederentdeckt. In der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" vom 28. April 2013 schrieb er: "Schlump. Geschichten und Abenteuer aus dem Leben des unbekannten Musketiers Emil Schulz, genannt 'Schlump', von ihm selbst erzählt", das war: antinationalistisch, unheroisch, menschenfreundlich, pazifistisch, franzosenfreundlich, humanistisch, europäisch, ziemlich gut gelaunt und ziemlich gut geschrieben. Ein helles Buch aus dunkler Zeit."
100 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkrieges erscheint er nun am 10. April 2014 wieder im Kölner Verlag Kiepenheuer & Witsch.
Eine literarische Entdeckung ersten Ranges, die nicht nur die Thüringer Literaturlandschaft des 20. Jahrhunderts bereichert.